Live Reviews - Copyright für Bild und Text: Angela Stamm bis 2018

Vorab zu meinen Live Reviews:

Schon als Kind hörte ich mehr oder weniger gezwungenermaßen Musik: das ganze Haus wurde vor allem sonntags vormittags mit lauter Opernmusik beschallt, und Opernbesuche in Brüssel gehörten zum Freizeitprogramm. In der Europaschule war ich Mitglied im europäischen Chor, wo Lieder in französischer, flämischer, italienischer, englischer und deutscher Sprache gesungen wurden. Wie so viele Kinder spielte ich Block- und F-Flöte, später dann Gitarre. In meiner Geburtsstadt Bonn war natürlich Beethoven "der" Komponist, den ich genauso gern hörte wie Chopin.

Einige Jahre lang spielte ich Gitarre und Klavier, sang dazu Lieder von Cat Stevens und Uriah Heep. Im Keller der evangelischen Kirchengemeinde in Bonn-Poppelsdorf experimentierten wir mir neuartigen Instrumenten und Stimmen, zum Schrecken meiner Eltern auch einmal bei uns zu Hause ("Open Music" nannte sich diese Veranstaltung). Doch durch einen massiven Einschnitt in meinem Leben, nach Umzug und Auslandsaufenthalt, Studium, Berufstätigkeit gab ich das Musizieren bald auf.  In der eigenen Familie dann griff ich  das Klavierspielen wieder auf. Musik liegt unserer Familie im Blut, denn einige Musiker befinden sich in der Verwandtschaft.

Übrig geblieben ist die Freude an der Life-Musik, das Schreiben über Musik, das Malen von Musikern, Bands und Festivals, das  Interesse an der Weiterentwicklung seit den Siebziger Jahren, als ich die Rockmusik, Soul sowie die elektronische Musik für mich entdeckte. Bei einigen Songs, begleitet  mit der eigenen Gitarre, blieb es dann. Offenbar habe ich mehr von einem Vorfahren mit in die Wiege gelegt bekommen, der eher visuell ausgerichtet war - ein Kunstmaler. Und oft spielt das Schicksal eine Rolle, welchen Weg man letzten Endes geht. Es  hängt  vom Zufall ab, von den Menschen, die man auf dem Lebensweg trifft.

Meinen Kindheitswunsch, Journalistin zu werden (einer von vielen Träumen) konnte ich als Freelancer-Fotografin bis ca. 2014 verwirklichen. Man hat freien Eintritt, ist nah an der Bühne, erlebt die Musik besonders intensiv und kann dies prima mit dem Hobby Fotografie und  später auch der Malerei verbinden. So habe ich meinen Weg gefunden. Da alles sehr zeitaufwändig ist und mit Kosten (Anfahrt, Übernachtung) verbunden, schrieb ich nur gelegentlich Live Reviews, z.B. für das Magazin LEGACY. Geordnet sind sie chronologisch - die aktuellste Reportage stets oben.

Was qualfiziert mich dazu? Eigentlich nichts. Recherchiert wird im Internet, Erfahrungen von früheren Konzerten und Festivals und beim Hören  guter Musik seit den Siebziger Jahren versuche ich mit einzubringen. Das ist aber auch schon alles. Ich hoffe aber, ein Stück Begeisterung für gute Musik hiermit weiter geben zu können.

 

Fotoreportage zum Totentanz Festival im Dynamo, Zürich, Silvester 2012

 

Am 31.12.2012 fand wieder das Totentanz Festival im Dynamo Zürich statt - wegen geplanter Renovierung vermutlich vorläufig zum letzten Mal nach zehn Jahren. Wer sich über die Band informieren will, kann sich deren Homepages angucken, wo es auch Videos zu sehen gibt, und mehr Infos gibt es auch aus anderen Quellen im Internet bzw. der offiziellen Homepage der Veranstalter.

 

Vor Beginn warteten bereits die ersten Besucher vor dem Dynamo.

 

An einer stark befahrenen Strasse, oberhalb des Limmat, unweit vom Zentrum Zürichs, liegt das beliebte Dynamo.

Schild über dem Eingangsbereich

Vor zwei Jahren hatte  ich mit meinem Aachener Begleiter  dieses Festival, da noch mit sechs Bands, schon einmal besucht, aber jedes Jahr stehen andere Bands auf dem Programm. In diesem Jahr war ein Gothic- Konzert in Leipzig ausgefallen, und so entschieden wir uns wieder für das Züricher Festival. Auch im Jahr 2012 bot der Dunkle Silvesterball ein umfangreiches Programm:

Das Programm konnte man sich vorab schon  zu Hause ausdrucken

 

Im mehrstöckigen Gebäude hatte man die Qual der Wahl, und es ging stets treppauf , treppab.

Ein Rundgang durch das noch fast leere Dynamo ergab, dass sich die Veranstalter mit der Dekoration viel Mühe gegeben  hatten, und echte Kerzen stimmten auf den bevorstehenden Silvesterball ein.

 

Noch war die Tanzfläche leer

 

Hier machte das Totentanz Festival seinem Namen alle Ehre, denn man tanzte, umringt von schwebenden Skeletten, und das Ganze wirkte wie eine Geisterbahn. Auch dem bereits aktiven DJ machte diese gruselige Umgebung nichts aus.

 

Der Arbeitsplatz des DJs

Wer in seiner Kindheit Grimms Märchen gelesen und gehört hat und z.B. das Märchen "Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen" kennt (mein Lieblingsmärchen, das ich nur von der Schallplatte kannte und somit noch gruseliger wirkte), den schockte das überhaupt nicht, und das zumeist jugendliche Publikum hatte in dieser Hinsicht keine Berührungsängste. Die Bühne war von morbider Kunst dekoriert.

Und auch die Decke ließ einiges entdecken, was an eine Geisterbahn erinnerte.

Hier ein spezieller Eingang - wer traut sich? Die Akkreditierung erfolgte am Haupteingang, aber das begehrte, kultige Souvenir gab es erst ab 2 Uhr:

Der schönste Fotopass aller Zeiten, kunstvoll gestaltet

Im Rittersaal ein Motto, das auch für das kommende Jahr gelten könnte!

Hier wurden mittelalterliche Spezialitäten zum Verkauf geboten, zum Trinken vor allem Met

Sich im Treppenhauas einen Überblick verschaffen - kein Problem! Auch gab es Raucher- und Ruheräume und eine kleine Fotoausstellung. Ein Fotograf hatte zwecks (gruseliger) Porträtaufnahmen einen Sessel  mit einem Skelett aufgestellt, auf dem zahlreiche posende Schönheiten Platz nahmen, um sich im schaurigen Ambiente ablichten zu lassen.

An den Ständen warteten schon die Händler, die einige angesagte Utensilien feilboten:

 

Schwarz-bunte Szene

Einige Verkaufsstände präsentierten Gothic-Ware - auch hier war nicht alles schwarz

Die Bar im Kellergewölbe

 

Die Gothic bzw. Electro Rock - Band LOST AREA eröffnete den Reigen, und das war goldrichtig. Besser konnte man ein Festival nicht beginnen, es brachte die richtige Stimmung in das Kellergewölbe - ehrlich gesagt, die Band war mein Favorit an diesem Abend.

 

Gitarrist von LOST AREA, die im Jahr 2003 gegründet wurden

 

LOST AREA, Sänger - die Musik ist offensichtlich insgesamt von The Sisters of Mercy inspiriert, und die Band hat eine Deutschlandtournee hinter sich gebracht, im Jahr 2013 aber noch eine weitere vor sich, zusammen mit LETZTE INSTANZ (mein Lieblingssong: Sonne)

 

LOST AREA sind auf dem Zenit ihres Schaffens und mitten in einer Deutschlandtournee. Sie sprangen  für eine ausgefallene Band ein

 

Drummer und Gitarrist

 

... sangen mit viel Herzblut

 

 

Die Band am Ende des Gigs

 

 

  Eine zünftige Verbeugung zum Schluss

 

Inzwischen hatte sich die Tanzfläche schon etwas gefüllt, und man hatte die Qual der Wahl auf  vier Ebenen (auf Neuhochdeutsch Floors genannt), auf denen Live Konzerte (Keller), Tanzmusik (Gothic, Wave, EBM im Tanzsaal, Industrial, EBM, Electro, Noise im Cyber Theatre sowie Neofolk, Mittelalter, Cult im Rittersaal) geboten wurde. So verteilte sich das zahlreich erschienene Publkum, das überwiegend aus der Schweiz angereist kam, in verschiedenen Räumen. Eng wurde es nur draußen auf dem kleinen Balkon.

 

Vor Beginn des Novalis Deux-Konzertes - ruhende Instrumente - mit Spannung wurde diese Neofolk Band erwartet, die schon auf dem WGT zu sehen war.

 

NOVALIS DEUX überzeugten  dann im Kellergewölbe mit sanfter Neofolk-Musik, die zum Träumen einlud. Eine gute Idee, das Jahr so sanft ausklingen zu lassen - tausendmal besser als grelle, aufdringliche Parties.

NOVALIS DEUX, waren mehr als nur zwei Musiker - hier der Sänger Stev mit Gitarre und  Nadine an der Bassgitarre

 

Angenehme Klänge zu später Stunde - links Sylvio, spielt akkustische Gitarre, Keyboard und E-Gitarre, Sänger Stev auch Piano

 

Die Musiker holten auch einen Fan zum MItmachen aus dem Publikum auf die Bühne - kein Vergleich zu einem Heavy Metal Konzert, wo am Ende ca. 20 Fans auf die Bühne stürmen und euphorisch mitmachen - der eher zurückhaltende, gediegene Charakter dieser Musik und auch der Fans lässt das nicht zu. Die Musik fließt wie in einem breiten, ruhigen Strom!

Die Band bewies Humor, indem sie kurz vor Mitternacht karnevalistisch anmutende Clownshütchen zum Einsatz brachten - was daran erinnerte, dass man sich darüber freuen durfte, im Jahr 2012 den angekündigten Weltuntergang überstanden zu haben! Aber auch der Song "The Clown" aus dem Jahr 2008 wurde hiermit optisch präsentiert.

 

Aber die meiste Zeit waren nur ernste Lieder zu hören, über deren Texte man nachdenken sollte. Die Band gibt es seit 2001, seitdem erschienen im Jahr 2002, 2005 und 2008 weitere CDs. Das zehnjährige Jubliläumskonzert wurde verschoben.

Die Setlist von NOVALIS DEUX

 

Und nun war es an der Zeit, auf das neue Jahr 2013 anzustoßen. Draußen auf dem Balkon tummelten sich Raucher und Nichtraucher um das Feuer, die Aussicht auf den Limmat und einen Zipfel von Zürich war grandios.

Der Balkon des Dynamo, definitiv mein Lieblingsplatz., schon wegen der frischen Luft

 

Hinter dem Geäst war ein Feuerwerk zu erkennen, aber auch über der Kirche tauchte  immer wieder ein Feuerwerk auf.

 

Das Jahr 2013 hat begonnen!

Zwei nette Schweizer, die mich vorließen, um ein paar Fotos zu machen und schon durch den Dialekt zum Lachen brachten, mir ein leckeres Kirsch-Met spendierten und mich immer wieder anfeuerten, wenn ich einen Schnappschuss vom Feuerwerk machen wollte, begannen mit guten Vorsätzen für das neue Jahr. Oder sehe ich das falsch?

 

Dann war es wieder an der Zeit, im Kellergewölbe weitere Live-Fotos zu machen.

Laut Programm war ab 0.30 Uhr THE INVINCIBLE SPIRIT an der Reihe, die mit vertrauten EBM-Klängen zum Mittanzen animierten. Gefiel mir, auch wenn es  mitreissendere Bands dieser Musikrichtung gibt.

Auf der Bühne regte eine Tänzerin zum Mittanzen an! Leider geriet sie zu sehr in den Hintergrund und war kaum zu erkennen. Berühmt wurde die Band, die früher Invisible Limits hieß,  im Jahr 1984 mit dem Song "Love is a Kind of Mystery"

 

Als letzte Band spielte das Duo CHESHIRE CAT (THE BOUNCING) im Keller. Hier erinnerten kreischende Frauenstimmen und auch das Aussehen der Drummerin  etwas an Nina Hagen, wobei natürlich jeder Vergleich hinkt. Frauenpower pur!

 

Wer´s mochte, der blieb.

 

CHESHIRE CAT - benannt nach einer grinsenden  Katze im 6. Kapitel von Alice in Wonderland, die 1865 zum ersten Mal gezeichnet und seitdem oftmals kopiert und zitiert wurde. Disney hat sich die Rechte an dem Namen eintragen lassen, so ist der Zusatz "The Bouncing" vermutlich zu erklären.

Man konnte genau in diesem Raum anschließend noch weiter zum Batcave Special tanzen - und wenn man wollte und konnte, tanzte man bis in die Morgenstunden durch, auf allen vier Etagen war das möglich.

Ein Blick auf die Setlist

Zürich, ich liebe diese Stadt, ach ja, wenn´s nicht so weit und so teuer wäre!

Am Züricher See, 1. Januar 2013 - zurück zur Natur! Ausruhen ist angesagt!

 

 

Fotoreportage vom Jubiläumskonzert der Power Metal Band ELVENPATH  in Frankfurt-Hausen am 1.12.2012

 

Am Samstag, dem 1. Dezember 2012 fand ab 19 Uhr eine Metalkonzert erster Güte statt. Das Elvenfest stand unter dem Motto "Zehn Jahre Elvenpath".

Zunächst stand die Gothic Metal Band    ILLUSORIA auf dem Programm, die für die beiden ausgefallenen Bands kurzfristig einsprang.

Die Frontfrau  erinnerte ein wenig an die ehemalige Nightwishsängerin Tarja, die hier nicht nur optisch, sondern auch musikalisch sicherlich Pate gestanden hatte. Dennoch hat diese Band auch etwas Eigenes und wird bestimmt ihren eigenständigen Weg noch gehen. Auf jeden Fall stand sie in starkem Kontrast zur folgenden Band an diesem Abend.

Aufwärmung und  Einstimmung auf einen tollen Metal-Abend:

  Schließlich hieß eine CD von Nightwish im Jahr 2004 "Tales from the Elvenpath", und einige ELVENPATH-Musiker zählen Nightwish zu ihren Lieblingsbands

Da die beiden ersten Bands ausgefallen waren  und das Konzert etwas verspätet begann, kam nun im Anschluss schon der Headliner auf die Bühne.

Das sehnlichst erwartete Jubiläumskonzert der Power Metal Band ELVENPATH begann nach einer Pause.  Hier war schon an der Anzahl der Stative und der Präsenz von filmenden Akteuren an der Bühne zu erkennen, dass eine besondere Show zu erwarten war. Es wurde an diesem Abend eine Live-DVD mitgeschnitten.

 

Stets im Visier: die Bühne

 

Und tatsächlich - es handelte sich nicht nur um ein Jubiläumskonzert, sondern ELVENPATH  hatten es sogar fertig gebracht, die frühere Besetzung mobil zu machen, so dass die Band an diesem Abend in drei Varianten zu erleben war. - wobei vor allem Sänger und Drummer ausgewechselt wurden. Hierzu musste zuvor tagelang geprobt werden.

 

Der erste Drummer

 

  ... und er löste den ersten Drummer ab

Die beiden aktuellen Gitarristen der Band

Bassgitarrist Cris war die ganze Zeit mit dabei,

 

- hier die Band mit der neusten Besetzung, mit der sie auch weiter spielen wird. Die Metaloper Lucid Dreaming ist so gut wie fertig.

 

Zweite Variante an diesem Abend

Die letzte CD erschien 2011 unter dem Namen "Elvenpath" (so auch die Demo-CD aus dem Jahr 2001), Spyrol erschien 2008 und Gateways 2004. Besonders gefallen mir die Songs "The Land That Could Not Be",  "Guardians Of The Underground", "Into The Future" , "Amazone Queen", "For Our Liberty", "War Of Steel", "Enflaming Demands"

 

Hier  alle drei Elvenpath-Sänger zusammen auf der Bühne, rechts der aktuelle Sänger

 

Zwischendurch gab es für den Wechsel der Musiker stets eine kurze Pause.

Selten sah man eine Band so vertraut zusammen spielen - Gitarrenduos sind ja ein nicht so seltener Anblick bei Metal- und Rockbands, aber gleich vier Musiker so  nahe zusammen gerückt - das war Ausdruck einer Band, die sich schon lange kennt.

 

Freude am Spielen und einige Mätzchen auf der Bühne gehören mit zu einem tollen Power Metal Gig - die Gitarre wird hier wie ein Keyboard behandelt

ELVENPATH sind irgendwie zusammen geschweißt., auch wenn sich die Wege zeitweise trennten.

Sänger Dragutin kam als dritter Sänger auf die Bühne

 

... sang besonders hingebungsvoll,

 

... meist mit geschlossenen Augen

 

 

Man merkte, dass es allen einen großen Spaß machte, den Power Metal live zu spielen, und auch das Publikum der gut gefüllten Saales machte begeistert mit. Die neuste CD gab es für 10 Euro zu erwerben.

 

Links der vorherige Sänger, rechts der aktuelle Sänger - ein seltener Anblick, beide zusammen nebeneinander auf der Bühne im Einklang!

Rechts: Till

 

Till Oberboßel, eigentlich als Gitarrist und Metal-Berichterstatter z.B. bei Metalspheres bekannt, überraschte dann mit Gesangseinlagen, die wirklich verblüfften, denn im Gegensatz zu den anderen drei Sängern wurde nun eine recht tiefe Stimme zum Einsatz gebracht. Ob es beabsichtigt war, das Mikrofon so hoch zu stellen, ist die Frage, auf jeden Fall verlieh es dem Ganzen einen noch dramatischeren Touch. Man hätte gern mehr davon gehabt!

 

Die aktuelle Besetzung

Rührend am Ende, wie sich die ganze Band in allen drei Varianten noch einmal zusammen auf der Bühne zeigte, Da fanden Umarmungen von Mann zu Mann statt, das Ganze wurde untermalt von  pathetischer Musik, die etwas an History-FIlme erinnerte. So etwas hatte die Welt noch nicht gesehen, und wer weiß, wann es ELVENPATH  in dieser Form noch einmal live zu erleben gibt. Da kam etwas Wehmut auf!

Brüderlichkeit auf der Bühne

Mit Spannung zu erwarten ist die angekündigte Metal Oper Lucid Dreaming wie auch die kommende CD - vier gibt es bereits - und - so bleibt zu hoffen - noch recht viele tolle Gigs - nach bereits über  50 Gigs seit 2002 -  dieser Art. Es lebe der Power Metal! Und ELVENPATH, die schon u.a. mit Majesty, Desparation, Skyclad, Sabaton, Wizard und Custard auf Tour waren. Die "second decade" kann beginnen!

 

Zum Schluss standen noch einmal alle nebeneinander auf der Bühne - hier  mit den beiden früheren Sängern (Mitte)

 

Fotoreportage vom United Rock Forces Festival in Speyer am 19. u. 20.9.2912

 

Am Freitag, dem 19. September fand Teil 1 des URF in der Halle 101 in einem unruhigen, aber interessanten Ambiente,  gleich neben dem Flughafen und Technikmuseum Speyer statt. Dort waren  immer wieder landende Segelflugzeuge zu beobachten:

 

 

Von dem Gitarristen der Band PALACE hatte ich den Fotopass erhalten, somit hatte ich die Ehre und das Vergnügen, zusammen mit einer anderen akkreditierten Fotografin aus Mannheim am Bühnenrand die neun Bands in AKtion zu fotografieren.

Hier wurde schon klar: Der Herbst ist da!

 

 

Baustelle! Der Bericht wird nach und nach vervollständigt! Uffpasse!

 

 

Zunächst betrat eine dem Nu-Metal zuzuordnende Band SYNASTASIA (D) auf, die mit aller Wucht das Festival eröffneten. Da wurde nichts ausgelassen, Klänge aus dem Power, Thrash und sogar melodische Töne waren herauszuhören. Diese wirkte gelegentlich chaotisch und war nicht so ganz mein Fall. Auf der Bühne ging es recht hektisch zu, für Fotografen eine wahre Herausforderung, denn das geduldige Posen für ein gutes Fotos hat die Band noch nicht drauf. So war zu beobachten, dass es manchmal fast zu Zusammenstößen von Sänger und Gitarristen kam. Was der Begeisterung für die Musik natürlich keinen Abbruch tat. Uffpasse!

 

SYNASTASIA aus Duisburg, schnelles Tempo, eine Mischung aus melodischem Death Power Metal

 

Die zweite Band, SKANNERS aus Italien, waren für mich bereits zu dieser frühen Stunde persönlich das Highlight des ersten Abends und ein großer Kontrast zur ersten Band. Hier waren richtige Profis am Werk - alles stimmte, die Musikalität, die Power, die Freude am Spielen, das Posen, die Show. Und es wirkte trotzdem alles natürlich, auch neckische Spielchen waren als Showeinlage mit dabei.

 

SKANNERS

Bewiesen, dass die Rockmusik lebt - und wie! Die Skanners gibt es schon seit 1982 und hatten 1986 ihren ersten Erfolg mit der LP "Dirty Armada". Als Vorbild wird Deep Purple genannt, aber diese schnelle Rockmusik hat sich rasch weiter entwickelt und verselbsständigt.

 

Fabrio Tenca mit Sänger Claudio Pisoni, der den Zusammenhalt der Band demonstrierte, indem er die einzelnen Musiker besuchte und umarmte.

 

   SKANNERS-Duo

SKANNERS-Duo

 

Dann folgten IVORY NIGHT, die u.a. aus ROSS THE BOSS hervorgegangen sind. Eine Mischung aus Prog-Power-Thrash wurde hier geboten

IVORY NIGHT (D), der Sänger Patrick Fuchs mit Tillmann Ruby

 

Sie waren mir noch vom KIT 2007 bekannt. Das Album "The Healing" aus dem Jahr 2010 muss man sich merken.

 

In einem Gespräch mit der Freundin eines Ivory-Musikers ergab sich, dass die Begeisterung für Metal, Natur und Fotografie offenbar viele Metalfans teilen. Seelenverwandte eben. Nur die Wahl der Kamera fällt gelegentlich unterschiedlich aus! Und von der Fotografin aus Mannheim erfuhr ich, dass es sogar Polster gibt, mit denen man verhindern kann, dass die Kamera gegen die Hüfte schlägt. Uffpasse!

 

 

 

   DEZPERADOZ (D), Sänger Alex Kraft  Headliner am ersten Abend

 

Zwar hatte ich für Country-Musik noch nie viel übrig, aber verpackt in powervollen Metal ist das natürlich etwas ganz anderes. Es lohnte sich, gegen meinen Plan bis zum Schluss zu bleiben - DEZPERADOZ schafften es!

DEZPERADOZ in Aktion, Heavy Rock und Western Sounds, im Jahr 2012 mit neuem Plattenvertrag

 

inspiriert von Italo-Western-Filmen

 

Der Frontmann

 

 

Hier kamen auch verschieden Musikinstrumente aus dem Country zum Einsatz

 

Sogar der Drummer Markus Kullmann  zog seine Show ab

Zwar war das Festival am ersten Tag nicht gut besucht, aber es gab Hoffnung, dass am Samstag mehr Besucher kommen würden, zumal MAJESTY als Headliner auftreten würden. Doch gab es eine Konkurrenz an diesem Abend - MANOWAR trat gleichzeitig in Frankfurt auf - und welcher True Metal Fan lässt sich das entgehen! So hatte auch mir eine Freundin kurzfristig wegen dieser amerikanischen Band abgesagt. Ich hatte MANOWAR einmal in Köln auf der Popcom (sehr laut) erlebt und auf dem Earthshaker Festival in Geiselwind, wo sie das gesamte Programm durcheinander warfen und mit einer zu teueren Motorradshow die Fans verärgerten. Dennoch höre ich MANOWAR noch gern, aber meine Entscheidung, eine Vielfalt von True Metal Bands am Bühnenrand zu fotografieren, und die wunderschöne Stadt Speyer mit interessanten Sehenswürdigkeiten (Dom, zwei wunderschöne Kirchen, das Purrmannmuseum, das Feuerbachmuseum, das Sea Life, das Technikmuseum mit Flugzeugen und Oldtimern, das  Museum der Kuriositäten mit alten Musikinstrumenten, und die Idylle am Rhein zu genießen,  war richtig.

 

Da ELVENPATH ausgefallen waren, gab es noch Zeit für ein Schwätzchen mit der Fotografin aus Mannheim, und eine Imbissbude vor der Halle sorgte für das Wohl der leider immer noch nur spärlich erschienen Gäste.

Der Eingangsbereich

GONOREAS aus der Schweiz eröffnete den Reigen. Die einzige Frau auf diesem Festival fiel natürlich auf, denn Metal-Musikerinnen bilden immer noch die Ausnahme.

 

GONOREAS aus der Schweiz mit der einzigen Metalfrau auf der Bühne bei diesem Festival

 

Zu erwähnen wären die eingängige Melodien, gelegentliche Anleihen an  JUDAS PRIEST und ab und zu eine jaulende, rockige Gitarre

Selbstbewusste Metalfrau - gefällt!

 

Machte schon mal Werbung für die heute zu erwartenden PALACE, die Band des Veranstalters, Sänger von GONOREA - hat eine gute Stimme!

Bereits von der gut informierten Fotografin vorbereitet, war ich vor der MESSENGER-Show auf einige schockierende Szenen gefasst.

Warten auf was da noch kommt - vor der Show, gleich wird das Lamm  zur Opferbank geschoben - hier möchte man nicht im Rollstuhl sitzen!

 

 

Mit dem Plektron im Mund und ein Dauergrinsen - Fotografen lieben solche Motive!  Warum? Fragt einen Pschychologen.

Alle scharen sich um den ungeliebten DJ

 

Was fast wie eine Verehrung aussieht

 

Hasst den DJ

  MESSENGER-Gitarrist

 

Das Attentat auf den ungeliebten DJ wird mit einer fast unerträglichen Spannung vorbereitet

 

Es lebe der True Metal!

 

Ein Hoch auf den True Metal musste sein!

 

.. und dann fiel der Kopf in Sekundenschnelle auf die Bühne. Was habt ihr gegen DJs? Er wollte doch nur spielen? Und er hat heute noch nicht mal gespielt.

Sicher ist: Dies war nur ein symbolischer Akt!

 

 

Setlist von MESSENGER, die mir freundlicherweise gezeigt wurde

 

PALACE (D) folgten dieser Grusel-Show. Wenn mich die Fotografin nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, dass der Gitarrist auch der Veranstalter des URF ist, dem ich den Fotopass verdankte, hätte ich es nicht bemerkt. Er war auf der Bühne nicht wieder zu erkennen.

 

PALACE- eine sehr starke Metalband, die ich hier zum ersten Mal erlebte.

 

PALACE-Gitarrist, starke Riffs

 

PALACE-Drummer

 

PALACE-Sänger Harald Piller, Frontmann

 

Mehrstimmigkeit bei PALACE

PALACE kam wie eine einheitlich druckvolle Wand rüber - die Gesänge wechselten sich ab - gefiel!

 

Seit 1990 gibt es diese Band, die erste CD erschien 1996 "Dreamevilizer". Im Jahr 2012 hatten sie bereits ihre Metal Nation Tour hinter sich gebracht.

Mehr Infos gibt es unter www.palace-music.de

 

 

Ein weiteres Highlight an diesem Abend waren  TOKYO BLADE (UK). Der Sänger hatte eine breite Palette an Gestik zu bieten und kam wie ein Italiener rüber, heißt aber Nicolaj Ruhnow und kommt aus Rastatt. Als Vorbild nennt er Ian Gillan von Deep Purple. Richtig so! War und ist allerdings ein ganz anderer Typ. Dass er ein Vollblutmusiker ist, der eine klassische Musikausbildung mit einer Baritonstimme hat, merkte man ihm sofort an. Gitarre, Trompete, Mandoline und Bass kann er auch.

  John Wiggins, Gitarre, nennt ebenfalls DEEP  PURPLE als Vorbild

 

Ruhender  Pol Andy Wrighton, nennt sein Vorbild SWEET

Hobbyfalkner Andy Boulton, schwärmt für Queen, Led Zeppelin, Pink Floyd und sagt "You´re never too old to make great music" und "Tokyo Blade is a family". So muss es sein!

 

Sehr viel Spass am Rocken, der Funken sprang sofort über!

 

Klasse Sänger und Performer:   Nicolaj Ruhnow

 

Gutes Zusammenspiel der Gitarristen

 

Und am Ende waren alle sehr glücklich

 

Und hier die Setlist von TOKYO BLADE, verziert mit Autogrammen

 

 

MAJESTY, die deutsche Antwort auf MANOWAR, hier der Sänger Tarek, der das Keep It True Festival ins Leben rief. Dieses Festival findet immer noch in Lauda-Königshofen statt, aber auch in Würzburg. MAJESTY ließ den True Metal  hochleben, aber auf eine friedliche, ruhigere Weise als MESSENGER.

 

Blieben dem True Metal treu, die Gitarristen

 

Sie kamen braver rüber, hatten viele bekannte Melodien zum Mitsingen. Die Mischung macht´s - ein gutes Festival muss so sein - ein Mix aus gegensätzlichen Bands, jede einzelne hat das gewisse Etwas!

 

Der Song "Keep it True" ist ein Ohrwurm zum Mitsingen! Diese Scheibe ist ein Hit, sozusagen!

 

MAJESTY bleiben sich treu

 

MAJESTY-Gitarrist,  ausnahmsweise für einige Sekunden in Ruhestellung

 

KEEP IT TRUE! war die Parole

 

 

Und so fand ein vielseitiges True Metal Festival in einem interessanten Ambiente, das viel Power rüberbrachte wie auch gute Stimmung, die alle Sorgen der Welt vertreibt,  ein Ende. Und es hätte weit mehr Besucher verdient gehabt.

Uffpasse!

 

 

 

Fotoreportage vom Summer´s End Festival 2012 in Andernach

  An dem folgenden Bericht wird noch gearbeitet!

Unter dem Namen Summer´s End Festival, den es zuhauf auf dieser Welt gibt, versteht sich das jährlich stattfindende, als Open Air gedachte Metal Festival in Andernach. Dieses fand am Samstag, dem 25. August 2012 in der Halle statt, soll aber im Jahr 2013 wieder als Open Air stattfinden und auf zwei Tage mit 14 Bands ausgedehnt werden. Womit die Anzahl der Bands vom Jahr 2010 verdoppelt wird.

Nach dem schon längst überfälligen Besuch des unweit von Andernach gelegenen hübschen und interessanten Städtchens Mayen

 

 

 

kam ich in der Mittagszeit am JUZ in Andernach  an und konnte gleich die erste Band names DESTINATION´S CALLING fotografieren. Die Halle war zu dem Zeitpunkt noch nicht gefüllt, was wohl auch am schönen Wetter gelegen haben mag. Es war aber schon klar, dass man sich auf einem Power Metal Festival befand, was zum einen an der Haarlänge von Mann und Frau, aber auch an den T-Shirts mit Aufdruck der jeweiligen Lieblingsband bzw. Hinweis auf Power Metal Festivals, unschwer zu erkennen war. Doch am wichtigsten; die Musik, die keinen Zweifel zuließ, dass es sich hier um eine echte Power Metal Band handelt:

 

Sänger Markus

gehörte nicht zu den drei Musikern, die auf die Frage "Wo mag denn nur mein Christian sein?"  mit "Hier!" geantwortet hätte.Denn 3x Christian gibt es in dieser Band, davon einmal als Nachnamen. Ganz schön verwirrend, nicht so die Musik, die recht einfach gestrickt ist und mit dem Song End of Time am meisten überzeugt.

Schon am Anfang ging hier die Post ab!

 

MIt DRAGONSFIRE ging es munter weiter

 

Sänger-Gitarrist machte gute Laune, die Ähnlichkeit mit einem bekannten Komiker war rein zufällig und hatte mit der Musik überhaupt nichts zu tun!

 

Das Symbol der Pommesgabel wurde als Utensil immer wieder hervorgehoben:

Übergabe mit Symbolcharakter

Besonders der Drummer hatte es fest im Griff und zauberte es immer wieder hervor, was allmählich etwas überstrapaziert wirkte.

 

 

... und das stand auf dem Speiseplan

 

Hier wurde demonstriert, wie Musik heute performt wird - ein  hilfreiches Instrument, am Bühnenrand der versteckte und stille Helfer, ohne den die Show gar nicht möglich wäre:

Mindestens genauso viel Arbeit wie auf der Bühne!

 

Gute Poser

 

Es wurde erwähnt, dass vor kurzem noch der Bund der Ehe geschlossen wurde! Traditionelle Werte zählen im Heavy Metal ganz besonders!

 

Sogar zu einem Standardtänzchen wurde aufgefordert - dieser Aufforderung kamen aber höchstens drei Paare und nur für kurze Zeit nach! Bangen macht doch mehr Spass, oder?

 

 

Am Ende der Vorstellung waren Band und Publikum gleichermaßen glücklich

Mit dem Power Metal von CUSTARD, die bislang zwei Alben hervor gebracht haben,  ging der Schmusekurs weiter

Auch mit Blick zum Publikum

 

Verschmuste Band - so viele Küßchen wurden an diesem Abend nirgendwo auf der Bühne gesehen!

 

... vielleicht lag es daran, dass hier als Einzige auf dem Festival - eine Frau dabei war?

. Konzentriertes Einzelspiel

Anhänglicher Sänger, besuchte seine Musiker immer wieder

Diese Band spielte schon in der Eifel und werden am 26. Oktober mit der amerikanischen Band HALLOWEEN u.a.  in Lünen auftreten

 

Aus Wiesbaden kamen RED CIRCUIT angereist. Diese proggig angehauchte Band - wen wundert´s - besteht aus ehemaligen Mitgliedern einiger Prog Metal Bands wie z.B. Vandenplas, Firewind, Adagio, die ich einmal in Köln  und auf dem Prog Power Europe in Baarlo erlebt hatte, und wurde im Jahr 2006 gegründet. Nun gaben sie ein stellenweise recht gut anzuhörendes Konzert

 

Hessische Band mit hohem Prog-Anteil

Sänger Chity Somapala war früher bei FIREWIND

holte sich Verstärkung auf die Bühne

Der Gitarrist ließ sich gern fotografieren

Aufgetaut, guter Kontakt zum Publikum

   Der Keyboarder begeisterte die Fans

 

Und noch einmal alle zusammen

 

In der Pause tat die nicht nur zwecks Lüftung geöffneten Bühne gut - die Hallenluft glich schon fast einer Sauna, und die sommerlichen Temperaturen lockten viele Fans

nach draußen, wo es einen kleinen Imbiss und Sitzplätze gab.

Viele Fans waren erst nach der Pause angekommen - und die Highlights gab es dann auch erst in den  frühen Abendstunden.

Am Seiteneingang gab es noch nicht viel zu tun.

 

So erfüllte EVERGREY alle meine Erwartungen an richtig guten Power Metal, mehr noch, ein wenig Prog mit einer Mischung Melodic Dark und wenig Thrash - die Musik ging unter die Haut - viiiiel Seele der schwedischen Band aus Göteborg. Ich hatte mich auf diese Band am meisten gefreut und freute mich auch am meisten ü b e r diese Band auf diesem Festival.

Die Stimme des Gitarristen Marcus Jidell kam zusätzlich zum Einsatz - die Bassgitarre spielte Johann Niemann, am Keyboard  Rikard Zander, an den Drums Hannes Van Dahl

Sänger Tom S. Englund

Als Dream Theater - Fan musste ich feststellen, dass EVERGREY heute meine Favoriten waren. Auch höre ich besonders gern das Piano - beeindruckend die Solo-Passagen des Pianos und die ernsten Themen wie religiöser Fanatismus und Tod.

Waren auch schon auf dem BYH

Mit einer Inbrunst vorgetragen - Balsam für alle dunklen Seelen! Besonders ging mir der Song "I´m sorry!" unter die Haut. Dem Sänger nimmt man jedes Wort ab, er wirkt authentisch. Ich hätte mir   noch mehr ernsthafte und musikalisch erstklassische Bands wie EVERGREY für das Summer´s End Festival gewünscht. Allerdings macht´s die gute Mischung. EVERGREY haben bereits eine ganze Menge schöner Metal-Balladen auf Lager.

 

Ein Blick auf die Running Order - hier war alles gut geplant - nur schade dass die letzte Band STRATOVARIUS ca. eine Stunde Verspätung hatte!

 

STRATOVARIUS hatte ich vor einigen Jahren auf dem BYH erlebt, die hohe Stimme des Sängers, der aber dank seiner klassischen musikalischen Ausbildung über alle denkbaren Tonlagen verfügt, war mir noch in Erinnerung. Auch heute dominierten die höhen Töne, die jedoch niemals schrill, sondern wirklich treffend gesungen, rüber kamen.

Sänger Timo Kotipelto

Die Band wurde 1984 von Tolkki  gegründet, der etliche Songs schrieb. Doch nach psychischen Problemen, auch verstärkt durch eine Messerattacke eines "Fans" auf der Bühne, verließ er die Band und gab die Rechte an seiner Musik ab. Insgesamt gibt es bereits 17 Singles, acht Kompilations und Live Alben, 14 Studioalben. Aus diesem Repertoire konnte die leider verspätete Band auswählen.

 

Die Keyboarder bei STRATOVARIUS wechselten in den letzten Jahren sehr häufig. Hier: Jens Johannson

 

Klassische und barocke Elemente prägen die Musik. Wer´s mag, dem gefällt´s. So viel Tiefe wie EVERGREY fand ich allerdings hier nicht.

Gitarrist Matias Kupiainen, dem das Spielen sichtlich Spass machte,  verbreitete dauerhaft gute Laune

Sänger Timo Kotipelto, eher ernst und ein routinierter Poser, vor allem aber ein vortrefflicher Sänger

 

 

Den Mikrofonständer unsicher zu machen gehört mit zum Handwerk eines guten Power Metal Posers

 

Rolf Pilve, Schlagzeuger - neu in der Band seit 2012, noch etwas scheu und zurückhaltend

 

Zu guter Letzt ein von mir kreiertes Sinnbild für den Power Metal, ein Spiegelbild, das den fröhlichen Stratovarius-Gitarristen darstellt, als Symbol für den Spirit des Power Metal und für ein gelunges Festival

 

Fazit: Mir persönlich waren es anfangs zu viele Einheitsbrei-Power Metal Bands. Heraus kristallisiert haben sich auf jeden Fall die drei letzten Bands, von denen EVERGREY deutlich meine Favoriten waren. Mehr Bands von dieser Klasse wären wünschenswert. Im nächsten Jahr ließe sie das bei einer Anzahl von 14 Bands bestimmt verwirklichen. Auch könnte man ruhig eine Prise  Death-, Mittelalter-, Folk- , Pagan-, Epic-  und   Black Metal mit ins Programm nehmen. Na gut, von mir aus auch eine Thrash Metal Band, aber nur,  wenn sie wirklich gut ist.

 

 

Fotoreportage vom Castle Rock Festival 2012 in Mülheim/Ruhr (Schloss Broich)

 

Am Freitag, dem 6.7.2012 und am Samstag, dem 7.7.2012 fand in Mülheim Ruhr das 13. Castle Rock Festival statt. Angefangen hatte es mit einem eintägigen Festival im Jahr 2000, ab dem Jahr 2009 ist es zu einem zweitägigen Festival erweitert worden, das überwiegend von Musikfans der Schwarzen Szene besucht wird.

Beim ersten Stadtrundgang ergab sich eine interessante Diskussion mit einem Jazzmusiker, der die Gothic- und Metalmusik als "langweilig" bezeichnete. Im Gespräch aber stellte sich heraus, dass er so gut wie nichts aus dieser Musik kannte, und umgekehrt war es genauso - außer Dixieland und Free Style fiel mir zum Thema "Jazz" auch nichts ein. Dazwischen gibt es wohl doch noch eine Menge, aber das ist eine Welt, die ich vielleicht später einmal entdecken werde.

Mülheim an der Ruhr hat darüber hinaus - auch wenn die Stadt zu 80 % im letzten Weltkrieg zerstört wurde - einiges zu bieten, so z.B. das Kunstmuseum mit einer Sammlung expressionistischer Maler, Zeichnungen von Zille und ein Selbstporträt von Penck. Einen Bon für den Besuch eines Cafés nebenan erhält man dazu.

 

Vor dem Kunstmuseum - Rotes Haar stand schon immer für Solidarität unter Frauen (aber nur mit gleicher Haarfarbe!), Ausdruck des Besonderen und Eigenwilligen, Interesse für Kunst. Frauen, probiert es einfach mal aus, und es geschehen Wunder!

Ein netter Platz mit Aussicht auf viel Buntes vor dem Kunstmuseum Alte Post im Mülheimer Stadtzentrum!

Blick vom Kunstmuseum aus

 

Die Burg Broich liegt auf der anderen Seite der Ruhr. Sie wurde im 9. Jahrhundert gegründet als älteste zum Teil erhaltene frühmittelalterliche Wehrburg aus der spätkarolingischen Zeit nördlich der Alpen. Im Jahr 883 eroberten die Wikinger diese am Hellweg liegende Burg. Bereits ein Jahr später wurden sie vertrieben. Ab dann wurde die Burg als Wehranlage nicht mehr benötigt, doch es folgten Streiteren um Besitztum, notwendige Restaurierungen (1967-1974). Bauarbeiten seit dem Jahr 2010  sind am Rande hinter einer Absperrung noch heute zu sehen.

Am Freitag waren bereits 40 Minuten vor Beginn die ersten Besucher anzutreffen. Nach Abholung des Fotopasses war noch Zeit für einen kleinen Spaziergang im benachbarten Park rund um die Stadthalle:

 

Impression vom Park, wo es Natur pur und die "Ruhe vor dem Sturm" gab:

 

Pünktlich um 13 Uhr öffneten dann die Tore dieser altehrwürdigen Burg, und gleich am Eingang machte schon ein Spielmann Lust auf Fritten, oder sah ich das falsch?

 

Jedenfalls fand ich recht schnell auf dem Gelände, das ich bereits vom Burgfolk Festival kannte, immer an demselben Platz den Ort für das leibliche Wohl, denn schließlich war es schon Mittagszeit, und so war ein kleiner Imbiss zur Stärkung nach dem Besuch der Innenstadt und des Kunstmuseums  und vor der fotografischen Schwerstarbeit sicherlich verdient:

Noch alles frisch vor Beginn

 

Einige Stände boten aber auch den üblichen Schmuck, CDs und Tücher an:

 

Einstimmung auf was da kommen mag

Spiegel-Reflexe

Schmuck und Tücher

 

Um 13 Uhr startete die im Jahr 2000 von Dave Jason gegründete Band SCHWARZER ENGEL, benannt nach einer apokalyptischen Erscheinung im Traum.

Solche Träume sind zwar typisch für die Lebensphase 20 - 30 Jahre, können aber durchaus auch einen realen Bezug zu aktuellen Weltlage haben.

Träume, Sagen, Naturereignisse und Weltuntergangsstimmung sind die Themen dieser Band, die dem Dark Metal Genre zuzuordnen ist.

Düstere Botschaften

 

Im etwas erweiterten Fotograben war genug Platz für die zahlreich erschienen Fotografen. Das Festival wird vom Musikmagazin Sonic Seducer gesponsert.

 

Erinnerungen kamen auf!

Die Techniker hatten gleich am Anfang die Arbeit "im Hintergrund". Da ich in meiner Jugend einmal einen Freund hatte, der auf den Disko-Parties die Lightshow machte, konnte ich natürlich nicht achtlos daran vorbei gehen.

Im Anschluss daran trat die Schweizer Band THE BEAUTY OF GEMINA  auf die Bühne, die trotz ernster Themen wie Liebeskummer und Selbstmord mit ihren Trance- und Technorhythmen das Publikum schon zu früher Stunde in Bewegung versetzte:

Der Song Suicide Landscape ist sogar ein Hit in der Gothicwelt!

Hatte mit Sänger Heino aber auch überhaupt nichts am Hut.

 

Es folgten

TANZWUT, dessen Sänger nicht nur wie ein Teufel gestylt war, sondern sich auch so nennt. Zitate aus den Merseburger Zaubersprüchen gehören mit zum Programm. Die Band entstand u.a. aus ehemaligen Mitgliedern von CORVUS CORAX und hat bereits sechs Alben herausgebracht. Die Musikrichtung nennt sich Industrial und Mittelalter-Metal.

Dudelsackspieler gehören zum Repertoire des Medieval Style

 

Hier ein Fotograf, der beinahe abhob!

  Sang auch gelegentlich mit

 

Was kümmert mich...

 

Der Sänger Teufel forderte zur Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht auf - was zu regen Gesprächen zwischen Fotografinnen und Fotografen führte - Kameras und Objektive wurden verglichen, Fachsimpeleien von sich gegeben, die letzten Geheimnisse der fotografischen Tricks ausgeplaudert,  Visitenkarten ausgetauscht, Getränke spendiert und es soll, wie zu hören war,  fast zu einem Verkauf einer gebrauchten, aber nicht mehr benötigten Kamera gekommen sein!

  Benannt nach dem Brauch, im 14. Jahrhundert die Pest mit ekzessiven Tänzen bekämpfen zu wollen, brachte diese im Jahr 1999 in Berlin gegründete Band ihre Neue Deutsche Härte auf die Bühne und infizierte damit auch das Publikum

Das Wetter blieb heiter bis wolkig und trocken - Glück gehabt, denn der Wetterbericht hatte Übles prognostiziert.

Veranstalter Michael Bohnes freute sich über das gelungene Festival

 

Am Vortag des Festivals hatte er eine Fahrt auf der Schwarzen Flotte organisiert. Die Band MONO INC. war dabei. Im nächsten Jahr soll dieser Ausflug sogar auf mehrere Schiffe erweitert werden.

Michael Bohnes, Organisator des Castle Rock Festivals

 

Da es  am Vortag ein heftiges Unwetter auch im Ruhrgebiet gegeben hatte, war nun nichts Schlimmes mehr zu befürchten. Außer...

Schwarze Szene, schwarzer Humor!

Makabre Spielchen auf der Bühne, wo ist hier der nächste Orthopäde? Man müsste mal wieder etwas für den Rücken tun.

Auch die vierte und somit letzte Band an diesem ersten Festivaltag konnte so bei recht angenehmem Wetter spielen. Es war die von Martin Engler im Jahr 2000 gegründete Band MONO INC., die vom Publkum jubelnd begrüßt wurde. Besonders tröstlich, war doch erst im Jahr 2010 ein ehemaliges Bandmitglied bei einem Unfall tödlich verunglückt. Dass Bandmitglieder kommen und gehen, ist aber normal.

Alternative und Dark Rock

 

Schöner Ausklang am Abend

... und kommt gut nach Hause

... bitte!

 

Am zweiten Festivaltag gönnte ich mir nebenan vor Beginn einen Besuch des Camera Obscura Museums, auf das ich schon seit einigen Jahren  aufmerksam geworden war, aber immer fehlte die Zeit, vor dem Burgfolk Festival dieses Museum zu besuchen. Nun war der Tag gekommen, und es lohnte sich!

 

Das Camera Obscura Museum von außen, die Treppe ist nur für Notfälle gedacht. Etwas schwindelfrei sollte man sein, wenn man die Aussicht oben genießen möchte

Auch der Ausblick von oben auf Mülheim bei klarer Sicht und gutem Wetter sowie eine Vorführung der ursprünglichen Camera Obscura mit dem Spiegelreflex-System interessierte mich als Konzertfotografin besonders.

Hier konnte man konstatieren, dass es Zerrbilder, wie sie  spielerisch digital hergestellt  (Funktion "Wirbel" oder "Verzerren") werden, eigentlich nichts Neues sind - sie wurden nur früher anders hergestellt und werden Anamorphosen genannt.

Das Phenakistiskop ermöglicht es, ähnlich wie bei Serienbildern einer Kamera, die Bewegungsabläufe in schneller Abfolge beim Drehen eines Rades als einen Film wahrzunehmen - ähnlich wie beim Daumenkino, das ich aus meiner Kindheit kannte.

Auf der nur mit dem Fahrstuhl zu erreichenden dritten Etage gab es eine Vorführung der Ursprünge der Spiegelreflexkamera - ein Blick nach oben!

Hier ist die Welt noch eine Scheibe!

Mit Hilfe dieser Lichtreflexe konnte man auf einer kreisförmigen Platte wie bei einer Webcam die Umgebung des Museums beobachten, irgendwie unheimlich diese "Überwachung"! Sogar der Flohmarkt nebenan war zu sehen.

Das Camera Obscura Museum ist einen Besuch wert, und so verließ ich mit einem ganz neuen Bewusstsein das Museum, um am Bühnenrand mit diesem Wissen im Hintergrund besonders motiviert zu sein - die digitale Spiegelreflexkamera gehört zu meinem Leben! Glücklich, wer in diesen modernen Zeiten erleben darf! Ein Fotografiemuseum hatte ich vor einigen Jahren während des WGT in Leipzig besucht, aber dieses hier war für die Besucher noch ansprechender, weil sie selbst etwas in Bewegung setzen können.

 

Heiteres Wetter gegen 13 Uhr

Als erste Band stand HÄMATOM auf dem Programm. Das Wort "Haima" bedeutet "Blut", und der Bandname einen Bluterguss. Das  wird hier wohl  symbolisch gesehen. Witzig, denn gerade litt ich noch unter den Spätfolgen eines vom Arzt diagnostizierten Hämatoms, das ich beim Angefahrenwerden durch einen rasanten Mountainbiker auf dem Brocken erlitten hatte, als ich bei einer Wanderung auf dem Goetheweg bei einem Klassentreffen unterwegs war. HÄMATOM erlebe ich wohl immer unter Schmerzen, denn als ich auf dem Earthshaker Fest im  Jahr 2005 diese gerade formierte Band fotografieren wollte, hatte ich noch Schmerzen von einer gerade überstandenen Operation. Dazu kam  das Anfänger-Problem, dass der Akku meiner Kamera seinen Geist aufgegeben hatte (zu viel fotografiert!).  Von HÄMATOM konnte ich damals  keine Fotos mehr machen, und darüber ärgerte ich mich, vor allem über mich selbst. Aber nach der Operation damals war wohl auch mein Geist etwas geschwächt worden. Ich schwor mir jedenfalls, diese tolle Band, die damals verzerrte Kinderlieder in grotesker Verkleidung in der Halle sang,  irgendwann doch noch vor die Kamera zu bekommen, denn optisch hoben sie sich von den anderen Bands ab. Als ich  in diesem Jahr in Köln den Versuch wagte, HÄMOTOM mit der Spiegelreflex im Underground zu fotografieren, wurde ich allerdings bereits an der Kasse aufgefordert, die Kamera an der Garderobe abzugeben, weil ich keine Akkreditierung hatte (die ich nicht beantragt hatte, das war im Underground bislang nicht nötig). So tauschte ich da die Karte um und freute mich heute umso mehr, endlich diese NDH (aus Hard Rock und Metal entstandene Neue Deutsch Härte - Musik nach dem Vorbild Rammsteins und Oomphs) am Bühnenrand fotografieren zu dürfen. Und nein, war das aufregend!

Da tauchte plötzlich ein Gorilla auf und trommelte wild drauf los! Alles Parodie! Früher Kinderlieder und Märchen als Motiv, heute politische Anti-Kriegslieder

 

Lieben es, zu provozieren, mit einsilbigen Namen und Albentiteln ("Nein", "Wut") sowie  provokanten Gesten

 

Am Bühnenrand rechts außen war schon zu erahnen, das es noch gruseliger kommen würde! Hier ging es nicht weiter!

Der Sänger namens "Nord" blickt in Richtung Westen, wo die Sonne untergeht! Das war am Mittag aber noch nicht der Fall! Nur ein kleiner Regenschauer kündigte sich an.

Komm mir nicht zu nah, wer ist das eigentlich? Es gibt doch nur vier Himmelsrichtungen - der Sänger nennt sich "Nord", der Drummer "Süd". Also hier ein "Süd-Nord" vielleicht?

Sackgesicht mit Sachgeschichten, rifflastige Gitarrenklänge, Thrash seit 2004. Hier tanzt ein spezieller Bi-Ba-Buzemann!

Rührend das Einspielen von Kinderstimmen, die sangen "Schau, sie spielen Krieg" - etwas zynisch anmutend, aber das muss angesichts der Weltlage so sein, wenn man z.B. an Syrien denkt!

Aus die Maus - Pause.

Nach diesem wertvollen Auftritt kam ein reinigender Regenguss nieder, und man konnte sich in einem Gebäude unterstellen - aufgespannte Regenschirme ernten meist missbilligende Blicke!

Von da an ging es aber nur noch sonnig weiter!

Die nächste Band IN LEGEND kannte ich noch nicht. Überrascht war ich schon beim Anblick der skurrilen Musikinstrumente.

Sah aus wie eine überdimensioniale Nähmaschine, war aber ein Klavier, auf dem der ehemalige Drummer Bastian Emig (Bandgründer,) eifrig drauf los hämmerte. Ein harter Sound, gepaart mit sanften Melodien. Der Kontrast macht´s!

  Daniel Wicke, Iron Maiden - Fan

Frische Band mit neuartigem Musikstil, der sich sich "hand-hammered piano craft", kurz gesagt "Piano Metal" nennt - ein Projekt von Bastian Emig, der seine Kindheit in Burkina Faso (Partnerstadt von Würselen) verbrachte. Der ehemalige Drummer verbrachte auch einige Zeit in China, wonach er bei Van Canto, der einzigen A Capella - Metalband als Drummer einstieg. Das Debüt der Band startete mit 500 Stück der EP "Pandemonium" im Jahr 2010.

rechts mit Keytar: Daniel Schmidle

Mit der nächsten Band ADVERSUS wurden meine (und auch anderer Leute) Nerven auf die Probe gestellt. Hier mühte sich  eine Band regelrecht ab, gesanglich und optisch zur Geltung zu kommen. Eigenwillig die Opern-Diva-Stimme der Sängerin, die in dominanter Weise das Bühnengeschehen beherrschte,

Heute sieben feste Mitglieder, die Band kommt aus Offenbach a. Main

... während die anderen Musikerinnen bescheiden im Hintergrund agierten und eher wie Beiwerk rüber kamen  - schade! Auch standen sich manchmal die Musiker im Weg, was zu eher hektischem, fast chaotischen  Gebaren führte. Auf jeden Fall war dies der schrägste Auftritt des gesamten Festivals, aber nicht uninteressant. Mutig, so penetrant eine Frauen-Opernstimme einzusetzen - was bestimmt nicht jedermanns Geschmack traf. Vielleicht noch etwas am Umgang miteinander ändern und am Musikstil feilen, das wird schon!

Hielt sich leider zurück und sollte öfter ihre Stimme einsetzen.Doch "Adversus" bedeutet ja auch "unglücklich", "zuwider", "verhasst", und negative menschliche Gefühle und Probleme, existentielle Fragen wie Nähe und Ferne, Einsamkeit, Begegnung, Illusion und Desillusionierung, wurden in expressiver Weise auf der Bühne umgesetzt.

Brachte Ruhe ins Getümmel - Carsten Hundt, der einzige Contrabassspieler  heute

Eine Band, die sich als Gesamtkunstwerk betrachtet - kein Wunder, denn der Gründer der Band R. Schneyer ist nicht nur Sänger, sondern schreibt auch Kurzgeschichten und malt.

Adversus, expressives Gesamtkunstwerk

Im Duett sang er mit hartet Metalstimme zum klassischen Sopran, es wurde auch geschrieen, geflüstert, rezitiert, theatralisch gesungen. Diese Band will alles, aber ist es nicht von allem ein wenig zu viel? Müsste nicht doch etwas mehr Ordnung und System gefunden werden? Oder ist es einfach eine neue Generation, die musikalische Apokalypse auf der Bühne, die Alt und Neu vermischt, also Minnegesang, Folk, Metal, Elektro, Techno, Drumbeats, Neoklassik, Shouting, Einzelgesang und Duett, Chöre, einfach  die gesamte Bandbreite, vermischt, wie auch inhaltliche Themen, Prosa und Lyrik, Fragmente, Tempowechsel, Breaks, Crescendo und Glockengeläute? Rock meets Classic, nein, mehr, aber von allem zu viel. Vielleicht typisch für jugendliche Energie, alles zu wollen, aber nicht reduzieren zu können. Kann ich gut nachvollziehen, genau dieses Problem hatte ich früher auch einmal.

Ich hätte mir gewünscht, dass auch einmal die beiden anderen Musikerinnen nach vorn treten und in den Mittelpunkt des Geschehens rücken würden  - das wäre echte Demokratie gewesen!

 

Auch der Sänger hatte eine Botschaft zu verkünden - seine Predigt "Lernt zu leiden!"  verblüffte - ist das nicht eine wahrlich christliche Botschaft?  Ansonsten ist die Message aber nicht immer eindeutig - wie bei der abstrakten Malerei überlässt er es gelegentlich dem Zuhörer, den Inhalt seiner Texte zu interpretieren, die CD-Cover gestaltet er selbst.

 

Optisch ein Traum, starke Stimme, neue Königin der Nacht - aber manchmal zu dominant - Aysel, bereits die dritte Sängerin seit dem Mini-Album Laya. Die erste Sängerin Susanne Stitz hatte die Band im Jahr 2000 mit gegründet, aber aus persönlichen Gründen verlassen.

Diese Band hat sehr viel Power, sehr viel Potential, was auch an der hohen Anzahl an Bandmitgliedern liegt. Ist aber nichts für Otto Normalverbraucher. Interviews gibt es z.B. auf Youtube.

Das Chaos (von mir so empfunden) auf der Bühne spiegelt ja auch das Chaos, das wir im Moment auf dieser Welt erleben, wider. Dennoch mein Wunsch für diese Band: dass sie die einzelnen Musikrichtungen nacheinander und nicht gleichzeitig durcheinander auf der Bühne präsentieren, z.B. ein Minnelied, dann einen Rocksong, dann etwas Neoklassik u.s.w. - so wie andere Bands das ja auch machen.  Wenn man verschiedene Gewürze in einen Topf wirft, schmecken sie zwar einzeln gut, zusammen aber nicht mehr, wenn es zu viele sind. Mehr Reinheit wäre wünschenswert! Gerade wenn man so unterschiedliche Stilrichtungen beherrscht! Die Band kann was!

 

Anschließend sorgten A LIFE DIVIDED aus Bad Tölz, genauer gesagt, Geretsried, für eine einheitliche Stimmung. Zu dem beschwingten Electro-Rock mit den Hits Heart on Fire und Doesn´  Count ging  unter der Regie von Jürgen Plangger, dem lebhaften Sänger, die Post ab:

Am Anfang war der Blick auf den Drummer  noch frei

Ein eingespieltes Männerteam seit 2003, waren auch schon auf dem Amphi Festival in Köln und unterstützten Eisbrecher und Lacrimas Profundere

Streicheleinheiten für den Gitarristen

 

Gesang: Jürgen Plangger

 

Als Nächstes standen XANDRIA auf dem Programm, die EDENBRIDGE ersetzten, wie die Running Order - Liste zeigte:

Ein Blick auf die aktuelle Running Order

 

 

XANDRIA stürmten mit astreinem synphonischem Metal die Bühne:

Früher war es eine rothaarige Frontfrau, nun ist es eine Schwarzhaarige. Die musikalische Leistung ist mindestens genauso gut! Frauenpower pur! Und Metal durch und durch. Aber auch einen rührenden Augenblick gab es, als sie ein Lied für ihre verstorbene Oma sang, deren Tagebuch sie gefunden hatte.

Bangen gehört zum Handwerk eines zünftigen Metalkonzerts!

 

Metal, tut das gut!

Gitarristen im Einklang

Und einmal rangezoomt! Die Freude am Spielen und Singen stand allen Musikern ins Gesicht geschrieben!

 

Und dann kam das schon mit Spannung erwartete Ereignis, die Horror-Show von GOTHMINISTER. Inzwischen hatten sich schon die Gruselgestalten vor der Bühne aufgetürmt, und es war kaum noch ein Weg frei für die Fotografen. In den Fotograben durften wir nicht mehr, weil es wegen der Pyros zu gefährlich werden würde.

 

Geduldiges Warten mit einer 1A-Kamera

 

An die Horrorpuppen am Fotograben hatte man sich ja schon lange vor der Show gewöhnen können, sie waren unübersehbar

 

Und auch das Transportieren der Doppelgänger-Puppe war sofort zu erkennen, auch wenn es zunächst wie ein Notfall aussah

 

Sorgfältige Vorbereitung der Profis

 

Letzte Absprachen vor dem Beginn der Show und einige Tests

Norwegischer Metal hat stets etwas Spezielles, wenn man z.B. auch an Dimmu Borgir  denkt. Black Metal entstand u. a. in Norwegen, entwickelte sich weiter zum Gothic Metal.

 

Es dauerte nicht lange, bis das "Gemetzel" auf der Bühne begann, das von der eigentlich recht guten Musik ablenkte. Da die Realität nun leider die irreale Welt auf der Bühne eingeholt hat, habe ich die heftigsten Fotos mit Respekt für alle Betroffenen, die bei Terroranschlägen verletzt oder getötet wruden, wieder gelöscht.

 

Vorab informiert, fiel man auf diesen Trick natürlich nicht herein, das konnte ja nur eine Puppe sein, die da am Seil hochgezogen wurde! Man möchte gar nicht wissen, was sich in Wirklichkeit für Kämpfe bei der Vertreibung der Wikinger im Jahr 884 hier zugetragen haben!

 

Anschließend feierte der "verrückte" Sänger seine eigene Auferstehung:

Seit 1999 gibt es bereits die Band, ihre Auftritte in Deutschland finden selten statt. In Norwegen tritt Alexander Brem auch als Evil Manager bei Wrestling-Veranstaltungen auf. Angesichts des tatsächlichen Geschehens in Norwegen vor einem Jahr, als zahlreiche Jugendliche in einem Massaker den Tod fanden, sorgt dieser Gewalt verherrlichende Auftritt natürlich für Diskussionen. Aber was wären Grimms Märchen, Opern und Krimis ohne Gewalt? Dennoch - ich mag das alles  nicht.

Auch der Gitarrist gab sich alle Mühe, das Publikum zu schocken, guckte aber sonst immer ganz lieb. Spitzname "Machine"

 

Der "verrückte" Sänger, nah am Feuer gebaut, im Alltag aber ein ganz bürgerlicher Mensch. Sieben Singles, fünf Alben und zwei Musikvideos gibt es schon, hier wurde ein weiteres Video gedreht.

Warum ein Video-Team in diese gefährliche Zone gelassen wurde, die Fotografen aber nicht,  und die Security Men da keine Bedenken hatten, ist mir ein Rätsel. Und auch die Musiker spielten ungerührt ganz nah an den immer wieder aufzischenden Flammen weiter. Aber es war schon klar, die Fotografen hätten den Videoleuten nur im Weg gestanden und den Blick auf diese tolle Show versperrt.

Und dieser erst! Was für eine Qual! Alles in der Tradition von Alice Cooper und Black Sabbath, oder? Vor lauter Entsetzen vergaß man fast, der Musik zuzuhören, die doch auch recht gut war und dem Genre "Gothic Metal" zuzuordnen ist. 

Dann noch ein Überblicksbild von der Treppe aus, bald ging diese Horrorshow zu Ende

In der Pause gab es Autogramme von der Band und viele begeisterte Fans. Sie fanden diese Band einfach nur "geil".

 

 

Hier gab es Autogramme zu verteilen und Bier nach dem aufregenden Gig.

Ein süßes Kätzchen mischte sich ins Publikum und erschreckte oder auch nicht - die Fans konnten vom Horror nicht genug kriegen!

 

Und hier sei noch ein von mir gestaltetes Kunstfoto gezeigt, das ich von einem GOTHMINISTER-Foto erstellt habe:

Es soll das Gefühl zum Ausdruck bringen, das nach dieser Show blieb - Verwirrung, Rätsel  - mit Worten nicht zu beschreiben!

 

Dann trat als letzte Band noch ASPs VON ZAUBERERBRÜDERN auf, die gleich klar stellten, dass nun ein weniger spektakulärer, dafür aber musikalisch interessanter Auftritt zu erwarten war. Denn im Gegensatz zu den gewohnten elektronischen Klängen gab es nun ein wunderbar ruhiges, entspanntes Akkustik-Konzert zu erleben.

Die im Jahr 1999 als ASP (Abkürzung von Alexander Spreng, dem Leadsänger) in Frankfurt gegründete Band wurde mit euphorischem Jubel begrüsst. Hatte sie mit Dark Rock und Gothic Novel Rock begonnen, zeigt sich nun eine Entwicklung zur akkustischen Folk Musik und ein narrativer Stil "Tales of ASP". Mit Druck auf die Tränendrüsen.

 

Vor Beginn ein vielsagender Blick über das Mikro

Nach einer kurzen Ansprache an das Publikum folgte die Musik, die sich von der Neuen Deutschen Härte (NDH) zur Gothic Novel Rockmusik entwickelte. Heute aber wurde eine Weiterentwicklung deutlich -  eine Hommage an Ougenweide bedeuten zahlreiche Folk Songs, da muss man sich fragen: Gibt es eine Renaissance der Siebziger in der großen Gothic-Welt?

Die Violinenspielerin Ally Storch war immer wieder präsent

Und so ist die neue Zusammensetzung mit wechselnden Gastmusikern.  ASP sind auch schon einmal in der Bochumer Christuskirche aufgetreten und haben mit Chamber, die ebenfalls in Kirchen spielen (z.B. in Utrecht auf dem Summer Darkness Festival) zusammen gespielt. Elemente der Klassik sind in beiden Bands spürbar

 

  Cello: Silvia Culitz

 

Wie ein Kameramann nur mit einem Auge sehen?

Was für ein Kontrast zu der vorherigen Horror-Show!

 

Aber warum Zaubererbrüder, sind es nicht auch Zaubererschwestern? Oder die berühmten schwarzen Schmetterlinge, von denen ASP jahrelang gesungen haben?

 

 

 

Der beliebte Sänger enttäuschte nicht die hohen Erwartungen des treuen Publikums

 

Was für ein harmonischer, sanfter Ausklang dieses wunderbaren, mit schönem Wetter gesegneten Festivals, ein Highlight im Jahr 2012!  Ein kulturelles Event erster Güte, welches das breite Spektrum der heutigen w i r k l i c h  guten, anspruchsvollen Musik (und das gilt auch für die Textinhalte) in einem geschickt zusammen gestellten, abwechselungsreichen, auch optisch interessanten  Programm  zum Ausdruck brachte!

 

 

 

 

  Der folgende  Bericht ist so gut wie fertig, aber wenn mir noch etwas einfällt, werde ich es einfügen!

 

Fotoreportage vom Loreley Metalfest 7. - 9. Juni 2012 (Einzelheiten und Fotos werden noch ergänzt)

 

Eins vorweg: Im Zeitalter von Google und YouTube und dergl.  kann man sich einen Eindruck von der Musik der aufgetretenen Bands ergänzend verschaffen. Wer über die einzelnen Bands etwas erfahren will, kann deren Websites aufrufen. Hier geht es auf der Künstlerseite fo-ma-li (Foto-Malerei-Literatur) in erster Linie um fotografische Impressionen, wobei die Stilrichtung erwähnt wird und auch besonders auffällige Bands beschrieben werden.  Interviews mit Bands findet man auf anderen Seiten im Internet, in Musikmagazinen usw.. Jede Berichterstattung kann bei der Fülle von Bands und Blickwinkeln nur subjektiv sein, und es gibt wohl kaum einen Journalisten der über alle 60 Bands ausführlich berichtet hat.

Das Metalfest fand in Deutschland noch in Dessau statt, außerdem in der Schweiz, in Österreich,  Italien, Polen, Kroatien, Tschechien mit insgesamt ca. 125.000 Besuchern, davon ca. 20.000 auf der Loreley, wo schon zahlreiche berühmte Rockgrößen aufgetreten waren.

Bereits am Vorabend (Mittwoch) waren von der gegenüber liegenden Rheinseite die ersten Camper des Metalfestes zu sehen.

Ausblick von der Biebernheimer Höhe bei St. Goar. Von dort erreicht man auch den Loreleyblick von Mariaruh aus, der von den drei Aussichtspunkten dieser Region m.E. der schönste Blick auf den Rhein ist,

 

Am Donnerstag aber ging es  los nach St. Goar. Von dort transportierte die Autofähre zum Preis von 8 Euro hin und zurück die ersten Besucher, die mit PKW auf die andere Rheinseite nach St. Goarshausen wollten.

Der Blick zurück nach St. Goar

 

Auf der Suche nach dem richtigen Parkplatz für Tagesgäste passierte es, dass mein Wagen auf dem unwegsamen Feld stecken blieb - kein Problem - fünf starke Metalheads waren sofort zur Stelle und schoben den Wagen an - gerettet! Inzwischen trafen immer mehr PKWs ein, und es wurde Zeit, einen Parkplatz möglichst in der Nähe der kleinen Straße zu finden. Auf dem Festivalgelände waren bereits die ersten Metalfans anzutreffen, die in typischer Pose bereit für ein Foto waren. Sehr erfreut über ein Black Sabbath - Shirt, das bereits in den Siebzigern aktuell gewesen wäre, musste ich gleich den ersten Eindruck festhalten.

Weitere Originale folgten:

Ein Besucher in typischer Kutte mit schön gestyltem Bart

Die Utensilien eines echten Metalheads -  keine Hand mehr frei für das Programm, das auf den Kopf ausgelagert werden musste! Ach, kann Fotografieren doch Spass machen!

... und die Seitenansicht - Germany´s Next Top Metal Model!

 

  An der Wasserstelle - noch ohne Andrang am Morgen vor Beginn des Festivals

 

Nach der Akkreditierung - Abholen von Foto- und Presseausweis - war noch Zeit für einen Besuch des Cafés am Festivalgelände mit Rheinblick. Die belgische Reporterin aus Antwerpen, die ich von früheren Festivals noch kannte, war  topfit im Metal-Englisch und  teilte mit mir den Rheinblick,  den man vom Café aus bei Bier und Kaffee  genießen konnte:

Das Wetter vor Beginn des Festivals: bewölkt und recht kühl. Dann traf auch das belgische Team ein, und es wurde flämisch gesprochen.

Nachdem mich ein Fotograf darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ich nur mit dem Presseausweis wohl kaum in den Fotograben gelassen würde, bemerkte ich, dass man mir den falschen Ausweis gegeben hatte.

Noch einmal zur Akkreditierung, und schon war der Fall geklärt:!

 

Zum Fressen gern: der Fotopass!

 

 

Vor der Kasse, dann auch vor dem Eingang hatte sich bereits eine lange Warteschlange gebildet. Ein Traktor musste sich den Weg frei kämpfen.Die Taschenkontrolle im Eingangsbereich wurde sehr genau genommen, wobei Frauen eine Extra-Kontrolleurin zugewiesen bekamen - alles muss seine Ordnung haben. Nur schade, dass Frauen dafür länger warten mussten, während die Männer zügig durchgeschleust wurden. Frauen brauchen ihre Handtaschen!

Zu Beginn des Festivals waren noch recht viele Sitzplätze frei.

Mit der Power Metal Band SAPIENCY

startete das Metalfest pünktlich um 13 Uhr auf der Main Stage. Insgesamt sollten an den drei Tagen  über 60 Bands spielen. Schwierig, alle Bands zu fotografieren, denn auf dem hügeligen Gelände musste stets von der Main Stage zur  2nd Stage im Zelt gewechselt werden. Dort gab es nur einen schmalen Fotograben, in dem aber kaum Fotografen anzutreffen waren.

 

 

Das Maskottchen saß am Bühnenrand, wenn es nicht auf dem Festivalgelände herum getragen wurde:

Behangen mit Buttons, ein Metal-Tiger

 

Um 13.45 Uhr begann der Gig der Death Metal Band DARKEST HORIZON  (aus Darmstadt) auf der 2nd Stage:

Asiatischer Sänger mit viel Power

 

Vorbei an allerlei Waren, die Rocker und Metalheads anlocken sollten, ging es wieder zur Main Stage, wo die rockigen, dynamischen TURBOWOLF die ersten Fans wachrüttelten:

  Das hippiehafte Aussehen  des Sängers erinnerte etwas an die Siebziger Jahre

Dann im Eilschritt zurück zum Zelt, wo THRENODIA an der Reihe und zunächst in einer Reihe anzutreffen waren:

Vor Beginn noch ordentlich  in einer Reihe. Symphonischer Dark und Black Metal am hellichten Tag!

Mit SKULL FIST auf der Main Stage wurde es richtig rockig, und dazu gehörten auch akrobatische Übungen:

Huckepack spielend - der Funke sprang auf das Publikum über, besonders als der hautnahe Kontakt gesucht wurde:

 

Gute Laune garantiert! So muss Rockmusik rübergebracht werden!

Bekenntnis zum Metal auf den T-Shirts

 

 

Dann wieder zum Zelt - Kontrastprogramm, denn hier kamen vor allem die Fans der düsteren Tonart auf ihre Kosten

Unterwegs ein Blick auf die typische Metalware

Wikingerhörner in allen Varianten

 

CRYSTALLION

spielten im Zelt auf der 2nd Stage

 

Im Meet and Greet - Bereich war zur frühen Stunde noch nicht viel los - Fans profitierten von geringen Wartezeiten:

 

Autogrammstunde von KAIN, Melodische Black Metalband aus Würzburg

 

Die Folk Metalband ALESTORM wirbelten  ab 15.45 Uhr über die Bühne:

Der schottische Piraten - Power Metal - oder ist´s Folk Metal? Oder besser Piraten Metal in der Tradition von Running Wild?

 

Jedenfalls Songs zum Mitsingen!

Mitreissende Begeisterung!

... und zum Mitrocken nah am Fotograben!

Der Alestorm-Sänger verließ auch die Bühne, um Kontakt zu den Fans herzustellen. Auf dem Burgfolk Festival in Mülheim/Ruhr herrschte jedoch eine familiärere Atmosphäre.

 

Und wieder alle vereint auf der Bühne

                  Närrische Metal-Fans

 

Ausgezeichnet dann ROTOVATHOR auf der 2nd Stage:

Infernalische Mischung aus Black u. Death Metal

 

Anschließend spielte die Power-Melodic Death Band HORRIZON, 2005 gegründet, auf der 2nd Stage. Vertraute Klänge: Journey to Valhall und Time for Revenge. HÖREN!

 

In den Fußstapfen von Hammerfall

 

... und Amon Amarth,, die anfangs gecovert wurden. Jetzt spielt die Band eigene Songs.

 

MOONSPELL  aus Portugal spielten  schaurig-schönen Dark/Death Metal und gehörten auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Sie passen allerdings besser in die Nachtstunden.

Angesichts des bevorstehenden Fußballspiels Deutschland-Portugal, das im Public Viewing verfolgt werden konnte, hatte ihr Auftritt einen besonderen Hintergrund, der mir missfiel.

Allerdings hatten sie mich auf dem Winternoise Festival  auf der dunklen, kleineren Bühne in Georgsmarienhütte mehr beeindruckt! Eine helle, große Bühne passt einfach nicht zu ihrem Stil, eher zum Lachen des Keyboarders:

 

Mehr Moon als Sun hätte besser zur Musik gepasst!

 

Die Security bewachte den Eingang zum Backstage-Bereich, der nur von VIP-Leuten betreten werden durfte

  Die Death Metal BAnd LEGION OF THE DAMNED aus Holland, mir bekannt vom Up From the Ground Festival in Gemünden, spielten auf der Main Stage und waren was die Haarlänge betraf, einfach Top! Und Melodic Death geht immer!

 

Vor ihrem Auftritt war die Black Metalband NACHTBLUT bereit für ein Foto. Teuflisch guter Black Metal am Spätnachmittag - es lohnte sich, das Zelt aufzusuchen!

 

Die einen mögen Burger, die anderen bevorzugen Blut!

Interessante Frisur des Drummers, aber noch wichtiger - richtig guter BLack Metal mit Kontakt zum Publikum, was auch nicht selbstverständlich ist:

Allerdings zurückhaltender als das Gebaren von Rockern!

Nicht nur Gekreische, sondern ausgereifter, schrecklich guter Black-Gothic Metal! Und gute Kunst, die erschauern lässt wie das Ende einer Oper.

Dann wieder rüber zu einer meiner Faves, der Death Metal Band HYPOCRISY aus Schweden

Peter Tägtgren, ist auch Sänger von Pain und arbeitet mit SABATON zusammen

    ... mit ihrem melodischen Death Metal

und der Hymne Roswell 47, die nicht fehlen durfte! Leider war der Sound nicht bestens, und im Abendlicht wie beim UFTG damals in Gemünden wirkten sie einfach genialer. Dann kommt auch ihre beliebte Light-Show zur Geltung.

Wieder einmal Kontrastprogramm - im Zelt spielten dann die wie "Normalos" (aber was ist das schon, alles ist relativ) aussehenden, sportlich wirkenden WITCHCRAFT. Bei diesem Namen hatte ich mir etwas Mystischeres vorgestellt und nicht einen wie ein Boxer agierenden Sänger, dessen Gesten gewöhnungsbedürftig waren. Aber immerhin - ein eigener verspielter Performance-Stil, der auffiel:

Neckischer Sänger

Dann kehrte ich zu meiner (bisherigen) Lieblingsband Hypocrisy zurück, um anschließend den Auftritt von der Epic Metalband BLIND GUARDIAN nicht zu verpassen, die ich vor vielen Jahren einmal in einem Aachener Kaufhaus bei einer Autogrammstunde besucht hatte und die mir auch noch von einem Festival in Gelsenkirchen in Erinnerung waren. Auch Metalbands entwickeln sich weiter, musikalisch, persönlich und  optisch:

Sänger jetzt schon seit längerer Zeit mit Kurzhaarfrisur, wirkte etwas bieder, wie auch der gesamte Auftritt recht kontrolliert-routiniert wirkte

... schon eher dem Metal-Klischee entsprechend

Dieser aufregende, schöne Tag ging nun mit MEGADETH auf der Main Stage, FLESHGOD APOCALYPSE, für die ich mir ein Sternchen notierte:

... gaben sich Mühe, furchterregend auszusehen!

  Optisch und musikalisch einfach klasse!

auf der 2nd Stage sowie FUELED BY FIRE, OMNIUM GATHERUM und TRIPTYKON, die alle ebenfalls im Zelt auftraten, mit der Rückfahrt auf der Autofähre, die um 0 Uhr erreicht sein musste, zu Ende.

Am Abend war das Amphitheater gut gefüllt, und das junge Publikum jubelte begeistert und sang vor allem bei BLIND GUARDIAN´s Bard´s Song mit.

Es sollen ca. 20.000 Metalfans das 1. West-Metalfest (das andere fand in Dessau statt) besucht haben. Interessant die Unterscheidung Ost-West - wann gibt es das Metalfest Nord-Süd? Offenbar nicht nötig, es gibt ja Wacken und das Southside Festival, Rock am See und dergleichen.

 

Und so war der Ausblick auf den Rhein neben dem Meet and Greet - Zelt mit dem schönen Abendhimmel

Autofähre noch vor Anbruch der Dunkelheit erreicht (Fear of the Dark!) und der Ferryman war auch schon bezahlt. Die schönsten Bilder entstehen in der Blauen Stunde, und der Anblick der sich nähernden Fähre hat so etwas Beruhigendes. Man möchte doch auch gern zurück, wenn  Müdigkeit im Anmarsch ist.

 

Freitag, 8. Juni 2012, der zweite Festivaltag

Da mir von einem anderen Gast der Loreleyblick empfohlen worden war, fuhr  ich am Morgen zunächst von Biebernheim zum Ausblick Mariaruh, um den wirklich tollen Blick auf den Loreleyfelsen zu genießen. Hier machte ich verschiedene Fotos:

Der Blick zur Loreley, oberhalb sind Camping- und Parkplätze des Metalfestes zu erkennen

  Vorsicht, Kurve!!! Da hätte man noch stundenlang "Schiffe gucken" können, aber zum Festival wollte ich wieder mit der Fähre rüberfahren!

 

Einen Durchblick mit Zoom zum Festivalgelände konnte ich mir  nicht verkneifen:

Blick auf  den Campingplatz

 

Am Freitag morgen kündigte sich bereits ein heiteres Wetter an, was auf der Biebernheimerer Höhe inmitten der Natur zu beobachten war . Sommer pur mit Kornblumen, Klatschmohn, Weizen und Insekten - hier ein Heupferd, das sich für das Metalfest gar nicht interessierte - es lebt in seiner eigenen Welt:

 Auch Tiere wie dieses Heupferd tragen ein Tarnkleid und wägen sich stets im Krieg! Immer wieder faszinierend die Insektenwelt - eine Welt für sich!

Und auch ein Kornfeld - ein deutliches Zeichen des Sommers:

  Weizen, wie er wächst Oder doch Gerste?

 

Die Burg Rheinfels lag auf dem Weg - eine Besichtigung incl. Museum im Eiltempo war Pflicht!

 

Metallisches im Museum Burg  Rheinfels

 

In St. Goar gab es Gruseliges zu entdecken - die richtige Einstimmung auf einige Metalbands:

Oh Schreck, ist es denn schon so spät?

 

Nicht den Bus, aber schnell zur Fähre!

Beide gegenüber liegenden Orte - im Vordergrund St. Goar - Kirchtürme prägen das Landschaftsbild - leider gibt´s keine Brücke weit und breit!

 

Dann aber pflichtbewusst pünktlich zum Festival - heute konnte ich einen guten Parkplatz in der Nähe der Ausfahrt zum Wald ergattern und hatte noch vor Beginn Zeit, ein paar Impressionen festzuhalten:

 

Ein letzter Blick auf Burg Rheinfels von der Autofähre aus

Das Festival begann wieder zur Mittagszeit:

Das Essen wurde in großen Pfannen zubereitet, von Köchinnen ...

... und auch von Köchen

 

Die erste Band begann um 13 Uhr auf der Main Stage.

 

13 Uhr, genau nach Plan:

HUNTRESS eroberten nicht nur die Bühne, sondern auch den Fotograben, mit viel Gekreische und Posen.

Siegerposen

 

Erschrockene Fotografin, die aber sichtlich Spass hatte!

HUNTRESS-Drummer in Aktion

 

... und rangezoomt

Ansprechende Kleidung und Show der Sängerin

... und ausdrucksvolle Gesten

 

Auf der 2nd Stage blieben die Viking/Pagan Metal band  ELDERICH aus Menden im Sauerland in positiver Erinnerung.

 

 

 

Die polnische Band VADER sorgten mit ausgezeichnetem Death Metal für Schwung in der Mittagsstunde.

  Konzentrierter Gitarrist vor aufkommendem Nebel

Drummer, polnische Band VADER

So startete der Tag ganz gut...

Im Zelt::

THROBBING PAIN ballerten ihren gekonnten Thrash Metal ins begeisterte Publikum:

 

Bangen ohne Haare - geht doch!

Auf der Hauptbühne rockten dann GRAND MAGUS ab, die ich in Köln schon einmal, aber viel doomiger,  live erlebt hatte:

 

Singen und Gitarre spielen im Wechsel

Nach Abnahme der Sonnenbrille ein klarer Blick der Schweden

Grand Magus, eine der besten Bands des Festivals nach meinem Geschmack

 

Ein großes Angebot an CDs

Im Zelt dann Death Metal und  in zarter Frauenhand eine übergroße Gitarre:

FRIGORIS - Frauen im Death Metal sind längst normal, wenn man z.B.  an Arch Enemy oder Holy Moses denkt.

 

Auf der Main Stage stürmten  SALTATIO MORTIS mit einem überraschenden Radschlag des Sängers auf die Bühne:

 

Akrobatische Kunst - weitere Showeinlagen folgten:

Immer freundlich und ruhig der Piper

Unermüdliche Energie und guter Draht zum Publikum

Die Band kannte ich u.a. vom Burgfolk Festival in Mülheim/Ruhr und vom Summer´s End in Andernach, auf Mittelaltermärkten sind sie zu erleben und sind trotz großer Konkurrenz von gleich guten Medieval Bands immer noch einzigartig und immer wieder erfrischend! Das erste Highlight an diesem Festivaltag!

Im Zelt dann die optisch an Heidevolk erinnernden SKELFIR, ein Metbecher ist ein Muss!

Pagan Metal, inzwischen fest etabliert in der großen Welt des Metals

 

ELUVEITIE aus der Schweiz sorgten für eine Vielfalt in der Verwendung unterschiedlicher Musikinstrumente - auf dem Ragnarök Festival vor einigen Jahren war noch ein stark behaarter Sänger in Pelz zu bestaunen gewesen:

Große Auswahl an Musikinstrumenten

... brachten musikalische Vielfalt

 

... mit einer hohen Frauenquote!

Ein Hubschrauber umkreiste minutenlang das Festivalgelände

 

Die Rückkehr zum Zelt lohnte sich auf jeden Fall, denn PURIFY hatten den richtigen Drive:

  Geräusche aller Machart, das ist Metal!

 

Und dann steuerte ich ohne es zu wissen auf die Crème de la Crème dieses Festivals zu:

BEHEMOTH aus Polen übertrafen klanglich, optisch und auch in puncto Unterhaltung einfach alles. Hatte meine Gastgeberin noch erzählt, dass sie im Krieg von den Polen "herausgeschmissen" wurde, dachte ich bei BEHEMOTH, vor allem als nachher alles in "Schutt und Asche" gelegt worden war (sie wollten doch nur spielen...), dass sie wohl das gesamte Publikum herausschmeißen wollten.

So durften die Fotografen erst nach dem ersten Song den Bühnenbereich betreten, denn dem Feuer wollte niemand so nah sein wie die mutigen Musiker:

 

Allein für diese Band hatten sich alle Strapazen, um auf das hoch gelegene Festivalgelände zu gelangen auf jeden Fall gelohnt! Sie waren der absolute Sieger an diesem Tag, wenn nicht sogar des gesamten Festivals. Eine tolle Show! Komisch, dass ich noch keine CD von dieser Band habe, aber das lässt sich ja nachholen. Eine Doppel-CD entstand im Jahr 2011. Dennoch: kein Vergleich zu einer Live-Show!

Dramatik auf der Bühne

 

Gut eingespielte Musiker

 

... jawoll!

 

Das Ende:

Man glaubte sich in einer Feuersbrunst zu befinden. Zum Glück waren es nur schwarze Folienstückchen - die Illusion war perfekt! Schade, das Wetter hätte noch etwas wärmer sein dürfen! Stattdessen setzte ein Regen ein, der im Nu die vielen Folienstückchen in einen glitschigen Teppich auch vor der Bühne verwandelte.

Feuer und Flamme für BEHEMOTH,

aber viel zu tun nach dem Auftritt - Aufräumarbeiten auf der Bühne:

Kann das weg oder ist das Kunst?

 

Keine Angst vor dem Feuer!

 

Draußen hatte sich  nach dem Regenguss ein toller Regenbogen gebildet, der über dem Festivalgelände gut zu sehen war und die Powerband EDGUY einige Minuten lang begleitete - das passte:

 

Erst die Sonne, dann der Regenbogen:

 

Von vielen unbemerkt, man muss sich nur mal umdrehen!

 

Ein gutes Omen für EDGUY

... und das macht Laune!

 

Kontrastprogramm - nach dem düsteren Auftritt von Behemoth zeigten die fröhlichen  EDGUY  ihr routiniertes Können

 

Die Edguys, wie ein Familientreffen

 

Eine wahrhaft gruselige, an Slipknot erinnernde Show boten dann NEXUS INFERNUS auf der 2nd Stage - beängstigend und bedrückend wirkte das alles auf mich, aber das war sicherlich gute Kunst:

Hübsch zurecht gemacht, oder? Gehört in die Schublade des "Extreme Future Metal" - geht noch mehr? Wohl kaum. Zurzeit. Hoffentlich wird aus diesen Vorahnungen nicht eines Tages Realität! Sie haben´s drauf!

Da ich auf die schräge Show von FEUERSCHWANZ im Zelt verzichtet hatte, hier   ein Foto, das ich von dieser Band auf dem Burgfolk Festival machte:

FEUERSCHWANZ stets gut kostumiert!

 

Man soll immer dann gehen, wenn es am schönsten ist, und ich hatte nach dem BEHEMOTH-Auftritt das Gefühl, dass es nun nichts mehr zu toppen gab und es Zeit war zu gehen - die Fähre wartete oder auch  nicht...

Aber schnell noch einen Abstecher ins Zelt, wo die proggig angehauchten MY SLEEPING KARMA aus Aschaffenburg spielten, und wie!

Vor dem Auftritt eine Verabredung wie beim Sport - was tuscheln die nur?

Mit proggigem, psychedeligem  Einschlag, der Keyboarder, gefiel mir gut und weckte Assoziationen

Romantiker hielten sich bei Sonnenuntergang neben dem Meet and Greet - Zelt  auf, wo es einen Blick auf den Rhein zu erhaschen gab

 

Der Himmel leuchtete heute abend besonders schön, auch der Campingplatz bot ein buntes Bild:

Außenansicht Campingplatz am Freitag

 

... und tschüss, gerade noch geschafft, bevor es stockfinster wird!

Auf KREATOR verzichtete ich, weil die (d.h. Thrash und Trash) ohnehin nicht mein Fall sind, mit SEPTIC FLESH, ORANGE GOBLIN und SWALLOW THE SUN habe ich wohl einiges verpasst. Na ja, man kann nicht alles haben, darüber berichten eben andere. Und irgendwo werden sie bestimmt noch einmal spielen. Eine Unterkunft auf der "richtigen" Rheinseite wäre doch von Vorteil gewesen.

 

 

Samstag, 9. Juli 2012, der letzte Festivaltag

 

Markttag in St. Goarshausen

Zunächst weckte der gegenüber liegende Ort St. Goarshausen meine Neugier, wo ein kleiner Markt stattfand, auf dem ich mich mit Obst versorgte (so etwas wird auf Festivals meist nicht angeboten):

 

Dann folgte ein Besuch des Dreiburgenblicks - sehr zu empfehlen. Hier waren schon die ersten Biker unterwegs, aber überlaufen war es am Morgen nicht wirklich, und man konnte in aller Ruhe die schöne Aussicht auf "Katz und Maus" genießen.

 

 

Dann natürlich ein MUSS - der Besuch des Loreleyfelsen, den man vom Festivalgelände aus zu Fuß in ca. 15 Minuten erreichen konnte - immer wieder erfreuten Ausblicke auf den Rhein bei klarer Sicht die Gemüter, und es waren schon zahlreiche Metalheads unterwegs, um zur Loreley zu pilgern und sich dort vor der Rheinkulisse ablichten zu lassen.

Alle Aussichtspunkte boten einen ähnlichen, aber doch wieder anderen Ausblick.

 

Pünktlich zu Beginn des Festivals hatten BURDEN die schwere Aufgabe, als Ersatz für die ausgefallenen KRYPTERIA  zu spielen. Mit einem quälendem Ich-Weiß-Nicht-Was Metal war der Anfang dieses Tages kaum zu ertragen, und ich suchte recht bald wieder nach besserer Musik auf der 2nd Stage. SORRY! War wohl mein Problem.

Kein Trost für den Ausfall von KRYPTERIA, auf die ich mich besonders gefreut hatte: BURDEN, die keine Affinität zur der ausgefallenen Band besaßen. Eine so grottenschlechte Band hatte ich lange nicht mehr erlebt. Und doomiger, gequälter Gesang ist in den "Morgenstunden" einfach nicht zu ertragen und gehört in die Nacht oder in eine dunkles Zelt!

BURIAL VAULT auch nicht gerade ein Highlight, aber schon besser zu ertragen

STEELWING gaben  sich dann alle Mühe, etwas gute Laune rüberzubringen, und so konnte man sich bei klassischer Rockmusik und Power Metal  etwas erwärmen

Was die halb russische Schreibweise zu bedeuten hatte, ist mir ein Rätsel! Die Buchstaben entsprechen jedenfalls nicht der wirklichen kyrillischen Schrift! Ist das Ironie?

Im Zelt spielten dann mit  noch mehr Pepp die schwungvollen DYING SOURCE

Allmählich wurde die Laune wieder besser, als DEATH ANGEL, die ich vom BHY kannte, die Bühne betraten. Hier wurde der Jagdtrieb so mancher Fotografen geweckt, da der Sänger recht weite Strecken auf der Bühne zurück legte

Der amerikanische Death/Thrash kam gut an

... während die Gitarristen als Duo erfreuten

... und hoch die Dreadlocks

Mit dem schönen und ambitionierten Namen STATE OF THE ART ging diese Power-Death- Thrash Metal Band  aus Tübingen an den Start - Neo in allen Bereichen

 

Mit EPICA war auch der symphonische Metal vertreten, und hier hatte so mancher Fan seine "Loreley" gefunden

 

Bangende Lady aus den Niederlanden

 

Immer fotogen, im Mittelpunkt mit ihrer ausgeprägten Sopranstimme à la Nightwish - Gothic Metal

 

Hatte NACHTBLUT noch gefordert "Ich will dein Blut", traten nun ASENBLUT auf - vielleicht sollten die beiden Bands sich einmal unterhalten, um alle Unklarheiten zu beseitigen

 

Der Sänger mit seiner Botschaft

 

KAIN spielten auf der 2nd Stage, na ja, ganz nett... Aber ein symbolträchtiger Name! Wieviele Kains laufen eigentlich auf dieser Welt herum und was könnten sie anstellen? Welche Macht haben sie?

 

Mit DARK TRANQUILITY, die ich in ähnlicher Weise schon einmal auf dem BYH fotografieren durfte, sprach mir der Sänger, der sich die ganze Wut aus Hals und Seele schrie, so aus dem Herzen, dass ich wünschte, ich könnte auch manchmal so schreien - und ich dachte in dem magischen Moment, er macht das nur für mich! Wie wurde man doch dazu erzogen, keine Wut und keinen Hass zu zeigen, Gefühle zu unterdrücken und immer nur nett und höflich zu sein! DARK TRANQUILITY und überhaupt  Death Metal machen genau das Gegenteil, und das kann verdammt  zu Tränen rühren! Wenn so etwas passiert, ist es wirklich gut, und man versteckt sich schnell  hinter der Kamera. Für mich nicht nur eine der besten, sondern auch der wichtigsten Bands an diesem Tag, die etwas Befreiendes haben. Im Theater nennt man das Katharsis.

Schwedische Bands sind Seelenverwandte!

Süße Waffeln am Nachmittag, auch an Kaffee war gedacht. Ganz wichtig, um fit zu bleiben.

 

 

Im Zelt gab es dann noch GURD zu erleben:

... nicht so mein Fall, ist ja auch egal. Möglicherweise ist Thrash etwas für Männer? Diese Metal Punk Band aus Basel wurde bereits 1994 gegründet.

 

Zurück zur Main Stage:

ENSIFERUM blieben optisch und musikalisch ihrem Pagan-Metal- Stil treu.

Auch auf dem Heidenfest in Antwerpen, dem Earthshaker Fest in Rieden-Kreuth, dem UFTG in Gemünden u.v.a. spielten sie schon! Fest etabliert!

Markenzeichen: zwei schwarze Striche im Gesicht! Ehm, ich meine, vier...

 

  ... oder doch zwei? Frauenpower stets mit im Gepäck!

 

Nun war auch eine Freundin aufgetaucht, die bereits darüber informiert war, dass ausgerechnet MYSTIC PROPHFECY, eine ihrer Lieblingsbands, ausfallen würde, da der Drummer verschollen war. Sie hatte einen weiten Weg trotz Berufstätigkeit auf sich genommen, nur um vor allem diese Band zu erleben und war recht enttäuscht.

Darüber konnte sie auch nicht die hervorragende Melodic Death Metalband names AKREA im Zelt trösten, der Schock war wohl zu groß.

Diese Band gehörte auf jeden Fall zu meinen Favoriten, die ich erst auf diesem Festival entdeckte! Eine AKREA-CD muss noch gekauft werden! Wie gesagt, melodischer Death Metal geht immer!

Nachdem etwas Chaos durch den Ausfall von MYSTIC PROPHECY im Zelt entstanden war, wo nur noch einzelne Musiker an Gitarren zupften, und überraschender Weise bereits KYUSS LIVES ! auf der Hauptbühne standen, die mit FEAR FACTORY getauscht hatten, war es umso erfreulicher, dass Ruhe einkehrte. Sehr konzentriert und diszipliniert, geradezu ruhig, performte der Sänger mit einem Stoner Rock, der an alte Zeiten erinnerte und  richtig professionell rüber kam. Alle Achtung, trotz Änderung des Programms eine solch professionelle Leistung, die zum Mitrocken einlud, zu bringen. Und Queens of the Stone Age, aus denen die Band u.a. hervorging,  hatte ich schon immer gern gehört. Musik, die unter die Haut geht, absolut spitze!

Der Drummer brachte noch mehr Seventies-Feeling rüber. Fazit:  KYUSS LIVES!  You rule!  Der Wunsch nach dem  Besitz einer KYUSS LIVES! - CD wurde immer größer, und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Als letzte Band fotografierte  ich noch FEAR FACTORY

Guter Poser - der Gitarrist

 

.. kam auch mal ans Micro

 

Für mich an diesem Tag  waren KYUSS   LIVES! d a s  Highlight, alles Weitere interessierte mich nicht mehr, da ich die Bands BRAINSTORM, HEIDEVOLK und IN EXTREMO schon mehrfach erlebt und fotografiert hatte. Fotos von diesen wirklich erstklassigen Bands sind auf meiner Seite "Musikerfotos" zu sehen. Und LAKE OF TEARS spielen noch auf anderen Konzerten, das würde sich nachholen lassen.

So begnügte ich mich damit, von FEAR FACTORY, die einen modernen Alternative Metal spielten und kraftvoll die Bühne rockten, einige Aufnahmen zu machen,  dann  war für mich "Schicht im Schacht". Die Fähre zu erwischen und morgens pünktlich nach Hause zu fahren, war mir auch wichtig.

FEAR FACTORY : kraftvoller Metal

Der Sänger ebenso voller Energie

 

So endete dieses Festival  am letzten Tag zwar mit ein paar kleinen Enttäuschungen, aber auch Überraschungen und Aha-Erlebnissen - Dass ich nicht alles schaffen würde, war mir von Anfang an klar bei dem Angebot von ca 60 Bands und den Überschneidungen, die sich durch den Abstand von zwei Bühnen auf unwegsamem, hügeligem und nach dem Regenguss matschigem Gelände ergaben. Von den angekündigten 60 Bands hatte ich immerhin an drei Tagen 45 fotografiert - das ist doch auch etwas!

Fazit: Aufgewühlt haben mich vor allem Behemoth, Nachtblut, Nexus Infernus und Dark Tranquility, weitere Favoriten waren Kyuss lives!, Akrea, Hypocrisy, Grand Magus, My Sleeping Karma

Optisch auffällig (auch wenn schon z.T. bekannt) waren Huntress,Ensiferum, Heidevolk, Epica, Nachtblut, Behemoth, Nexus Infernus, Skelfir, Saltatio Mortis, Feuerschwanz

Gute Laune machten Alestorm, Skull Fist und Death Angel und sicherlich auch Brainstorm, Lonewolf und Heidevolk, was mir von meiner Freundin bestätigt wurde.

Insgesamt ein geschickt zusammen gestelltes Metal-Programm mit Bands aus diversen Musikrichtungen des großen Metal-Universums. Schade der Ausfall von Krypteria und Mystic Prophecy. Aber: Nobody is perfect!

Und beim nächsten Mal (sollte es das geben) eine Unterkunft dann auf der "richtigen" Rheinseite ohne Zeitverlust durch die Autofähre!

 

Auf dem Rückweg ist noch ein Besuch des Römerkastells in Boppard zu empfehlen, wenn man in nördlicher Richtung fährt.

 

Einige Info-Tafeln sind überall aufgestellt

   Beschaulicher Rhein in Boppard

 

Der Mittelrhein als UNESCO-Welt-Kulturerbe lohnt auch als Reiseziel! Es lohnte sich, früh aufzustehen und die touristischen Attraktionen im Umfeld des Loreley Metal Festivals zu besichtigen! Ein entspannender Ausgleich zum anstrengenden Agieren als Metal-Fotografin!

IN EXTREMO waren der Headliner am letzten Abend. Da ich zeitig die Fähre erreichen musste, kann ich hier nur ein Foto zeigen, das ich auf dem Rock of Ages in Seebronn vor einigen Jahren machte. Für alle Mittelalter-Metalfans gehören diese Klassiker zum wichtigen Bestandteil dieser Musikrichtung, ähnlich wie Saltatio Mortis, Subway to Sally, Corvus Corax, Feuerschwanz, Vroudenspil, Cultus Ferox und dergleichen. IN EXTREMO hatte ich aber schon in Düsseldorf, Seebronn und am Schloss Merode erlebt. Mich interessierten auf diesem Metalfest vor allem die mir unbekannten Bands, und da gab es doch einige zu entdecken.

 

 

 

Downhill Festival in Sittard
 

Am 11. und 12.12.2009 fand  in Sittard (NL), Odasingel 90,  im Fenix ( Jugendzentrum, das seit 2005  vielseitige Musikrichtungen in Form von Events, Tanzparties und Livekonzerten für Gäste aus verschiedenen Ländern bietet) nun schon zum 6. Mal statt. Auf Anfrage per Email bekam ich ohne Probleme eine Akkreditierung zugesagt.

Eine Mischung aus Electro, Gothic und Metal bot das von Johan van Mulken ins Leben gerufene zweitägige Downhill Festival.

Nachdem leider die deutsche Band DAS ICH abgesagt hatten, fand sich bald ein würdiger "Ersatz" mit der deutschen Band FUNKER VOGT als Headliner des ersten Festivaltages.

 Sittard zeigte sich in der Vorweihnachtszeit gemütlich beleuchtet:

  Marktplatz von Sittard, nicht weit vom Poppodium Fenix

Der Startschuss fiel mit der Band Nafta-2, die nicht nur eine fetzige Musik, sondern auch eine tolle Bühnenshow präsentierten.Auffällig war hier die Ansammlung von äußerst individuellen starken Charakteren, bei denen einer dem anderen die Show zu stehlen schien, was der Musik aber nicht abträglich war. Sie hatten sich im Internet kennen gelernt und gaben sich den Namen nach einer Explosion einer ortsnahen  Fabrik Nafta-Krake 2 im Jahr 1975, die sie sicherlich noch nicht als Zeitgenossen erlebt haben dürften. Vorbilder sind nach ihrer eigenen Aussage die so oft genannten Front 242 , VNV Nation, Welle: Erdball, Mechanical Sekt, Chemical Brothers, Vive La Fete, Fatboy Slim. Kurz darauf war diese Band noch einmal im Aachener Musikbunker als Vorband von den Crüxshadows zu erleben.

Impressionen von der durchaus spannenden und gelungenen Show:

Nafta 2  Mal Clown, mal Bösewicht                                                                 

 

Dafür gab´s dann Deutschunterricht von der Band Schwarzblut, die  in puncto Musik und Show den Vorgängern in nichts nach standen. Charakteristisch für diese Dark Electro-Industrial Band aus den Niederlanden ist die Kombination von dunkler Musik zum Tanzen mit klassischer deutscher Lyrik, die mit wechselnden weiblichen und männlichen Stimmen, teils auch verzerrt und orchestral, vorgetragen wird. Die Texte stammen von Goethe, Ludwig Tieck und Friedrich Rückert - hier zeigten sich die Niederländer bewanderter als mancher Deutscher mit Bildungslücken. So wechselten sich harmonische Chöre, verzerrte Vocals, einhämmernde Beats mit schwarzer Romantik ab.

 

Schwarzblut, ein Germanist als Sänger

 

Omen est Nomen, kann man da nur sagen. Das neue Album "Mausoleum" gibt´s in Kürze zu erwerben. Anleihen an Peter Gabriel, Qntal, Front 242, Feindflug und viele andere waren nicht zu überhören.

 

 

   Verstörungssyndikat (E-Bass)

 

Im Anschluss daran präsentierten Vomito Negro aus Belgien ihre Musik live on stage. Der Name sagt es bereits: hier wurde keine leicht verdauliche Kost geboten. Im Gegenteil, der portugiesisch-spanische Name besagt nichts anderes als "schwarzes Erbrechen" , was die letzte Phase des Gelbfiebers, aber auch im übertragenen Sinne, das Ausspucken von gereinigten Innereien bedeutet. Mit diesem "Spirit of Skulls and Bones", der sich schon seit Jahrzehnten gut vermarkten lässt, faszinierte die Band jenseits des Sonnenlichts mit düsteren, betont harten Klängen. Als Vorbilder dienten hier wie so oft Kraftwerk, Depeche Mode, Klinik, Front 242, Front Line Assembly.

Als Abschluss dann eine mitreissende Show von Klinik, die es bereits seit 1984 gibt und in Antwerpen nach der Rückkehr von einem Konzert in Norwegen als Band mit dem Namen ABC umgetauft wurde.  Die Musik ist der elektronischen, Post-Industrial Richtung zuzuordnen und hat ihre Ursprünge Anfang der Achtziger Jahre mit Marc Verhaegen.  Es gibt hier über ein Dutzend wechselnde Mitglieder seit der Gründung, und da sie alle komplett eingewickelt waren, konnte man die einzelnen Musiker nicht identifizieren. Macht aber nichts, es geht ja um die Musik und den tollen Rhythmus. Zu  nennen ist Dirk Ivens, der ABC im Jahr 1980 gründete - beeinflusst von deutschen und englischen Elektrobands.  Klinik ist nach über drei Jahrzehnten immer noch mit führend in der Elektromusik. Das nächste Konzert gibt es am 13. März in Sao Paolo, Brasilien.

 

Tolle Lightshow bei The Goth Factory

Der Begriff EBM (Electronic Body Music) wurde 1982 von Daniel Bressanutti der Band Front 242 (die ich in Utrecht auf dem Summer Darkness Festival erlebte) erstmals genannt, doch bereits Gabi Delgato-Lopez von der Band DAF hatte von "Körpermusik" schon im Jahr 1980 gesprochen, und das zu Recht. Die Klänge üben einen solchen Reiz auf den Körper aus, dass selbst die älteren Semester, die hier nur vereinzelt anwesend waren,  das Tanzbein mitschwingen mussten - im Takt mit Klinik aus Belgien, die ganz vermummt ähnlich wie Monokrom auf dem Maschinenfest auftraten. Ist das nun die Masche, um die stets wechselnden Musiker zu tarnen? Ein Rätsel, spielt aber keine große Rolle angesichts der tollen Klänge und Rhythmen. Volle Halle am Ende, tanzende Menge bei Klinik

 

Der PC darf nicht fehlen...

 

Alles in allem, ein tolles Festival..

 

 

Winternachtstraum Festival - Arnsberg-Oeventrop 23. u. 24.2.07

 

28 Bands waren angekündigt. Kann ein Mensch so viel verkraften? Zwei Bands hatten kurzfristig abgesagt – Disillusion, die bereits beim Winternoise Festival durch Abwesenheit glänzten und Coppelius, sowie weitere fünf zuvor. Dank der hervorragenden Organisation wurde das Line-Up kurzfristig geändert, Everflow und Menerra als Ersatzbands eingesetzt. Das von Seeb (Orden Organ) bestens organisierte WNT fand nun schon zum vierten Mal als Best of the Best des German Underground in der Schützenhalle Oeventrop wie immer im Februar statt. Es handelte sich hier um ein „Luxus-Festival“ mit wunderschönem Ambiente, zwei Videoleinwänden, professionellen Bands und Technikern, die flexibel auf die anfänglichen Schwierigkeiten (Ausfall eines Sound-Technikers für die Mainstage und Ausfall der Videoanlage auf der Talent Stage, Absage von Bands) reagierten,  mit einer 16x9 m großen Bühne, und einer Kapazität von 800 – 1200 Leuten in der zweiteiligen Halle, Bier vom Fass, einem überschaubaren Preissystem, einem kleinen angeschlossenen Imbiss mit preisgünstigem Angebot, einem tollen Catering für die Musiker, Merchandiseangeboten in beiden Teilen der Halle, große und moderne Sanitäranlagen.

 

Bei angekündigtem Regenwetter für das Wochenende packte mich dank der Möglichkeit, an der Bühne fotografieren zu dürfen, die Reiselust in Richtung Sauerland, und ich muss sagen, dieser Ausflug hat sich gelohnt. Schon ein Hinweisschild WNT führte sicher zum Zielort. Da gab es im Programm  keine Überschneidungen oder nervige Pausen – der Wechsel von der Mainstage zur Talent Stage verlief wie am Schnürchen. Während auf der Main Stage noch eine Band spielte, hörte man bereits den Soundcheck der Band nebenan, wobei es manchmal sogar interessanter war, den Soundcheck mitzuerleben, als das Konzert einer Band zu Ende zu hören. Das kam selbstverständlich auf die jeweilige Band an. Bei der Mischung aus Death-, Thrash-, Black-, Prog-, Nu-, Power Metal und Grindcore war sicherlich für jeden etwas dabei, aber eben nur etwas – man kann nicht alles mögen.

 

Freitag

 

So viele unbekannte Namen… Um 15.30 Uhr war ich dann pünktlich bei der ersten Band an der Talent Stage zur Stelle. Hier handelte es sich um die Nachwuchsband Moshcircus, und das Publikum ließ sich nicht lange bitten – schon entstand ein wilder Moshpit, wo sich das „junge Gemüse“ nach Herzenslust austoben konnte – und das schon bei der ersten Band! Wenn das so weiter geht, bin ich wohl nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort, war da mein Gedanke, der sich jedoch bald wie von selbst auflöste.

 

 

 

Eradicator erfreute dann auf der Main Stage, die mit gleichzeitig laufendem Videoscreening rechts und links von der Band aufgepeppt war, wobei ein Kameramann den etwas zu engen Fotograben für sich in Anspruch nahm, gelegentlich aber auch Fotografen, von denen es heute nicht allzu viele gab, hereinließ. (Später musste er sich ein paarmal Sorgen um sein Kabel machen, wenn es sich um den Fuß eines Crowdsurfers legte und von eben diesem mitgeschleppt wurde - was Crowdsurfer normalerweise in ihrer Glücksseligkeit bei der Ankunft im Fotograben grundsätzlich nicht wahrnehmen und was dann zu dramatischen Szenen führt). Bemerkenswert, mit welcher Schnelligkeit die im Jahr 2004 zunächst als Coverband gegründeten Eradicator die Pics vom WNT bereits eine Tag später auf ihrer Website veröffentlicht haben. Moderne Zeiten, moderne Sitten! Mit dem Thrash aus dem Sauerland zeigten sie, wie „ (sau)wohl“ (Zitat)  sie sich auf der Bühne im Zusammenspiel mit dem Publikum fühlten. Diese Band hat sich immerhin gegen 17 andere Bands bei den Sauerland Rock Awards durchgesetzt, und das zu Recht.

 

 

Als nächstes waren dann Menerra auf der Talent Stage zu erleben. Diese Band war ein angenehmer Ersatz für andere ausgefallene Bands und brachten mit ihrem melodischen Death Metal das Publikum schon am frühen Morgen, sprich, Nachmittag, in Stimmung.

 

 

Es folgten Everflow auf der Mainstage. Der Progmetal aus Recklinghausen kam beim Publikum, das die Halle noch nicht ganz füllte, gut an.

 

 

 

Es folgten Burden of Grief aus Kassel  - mein persönlicher Favorit an diesem Tag.

Melodischer Death Metal klingt ja immer gut, wenn es sich wie In Flames, Dreaming in Red, oder Hypocrisy anhört – aber bitte keine Vergleiche! Burden of Grief spielen ihre eigenen Lieder.

 

 

 

 

Danach die bereits auf dem UFTG erlebten Ja-Ka (Japanische Kampfhörspiele) aus Krefeld. Unverwechselbar der Sänger mit dem knallroten Haar und den erzieherischen Ratschlägen wie „Schalt den Fernseher aus!“ Richtig! Und „ Zieh die Jacke falsch rum an!“ (kommt ganz auf die Jacke an).

 

Und dann die 1998 gegründeten Thashband Scornage aus Aachen mit Guido Grawe am Mikro. Da ich diese Band schon mehrfach in Aachen und Köln gehört und gesehen hatte, wusste ich ja, was zu erwarten war – solider, eingängiger Thrash – so gespielt gefällt mir das sogar als Nicht-Thrash-Fan. Da geht die Post ab, selbst wenn die Eisenbahn streikt!

 

 

 

Chaoswave, die ich auf dem Progpower Europe in Baarlo in besserer Erinnerung hatte, boten mehr Chaos als Wave, und Prog Metal war das auch nicht – was war nur los – man hatte den Eindruck, die Band hatte den roten Faden irgendwie verloren und fragte sich die ganze Zeit, ob sie wirklich an das glaubten, was sie da präsentierten und wozu das alles gut sein sollte. Wenn das Prog sein soll, würde dem Dream Theater Sänger die Haare zu Berge stehen wie es bei Chaoswave der Fall ist.

 

 

 

Klarer dann auf der Talent Stage Runamok, die noch in diesem Jahr auf dem Dong Open Air zu erleben sind.

 

Wohltuend dann endlich die Lokalmatadoren und Organisatoren dieses Festivals Orden Ogan – wieder ein Highlight dieses Tages. Hier erinnerte melodische Rockmusik manchmal an die Stones, und sie selbst kündigten einen Running Wild Song an, der modern gespielt wurde . Jedenfalls klangen Running Wild im Bonner Brückenforum wirklich wie Running Wild und Orden Ogan eben wie Orden Ogan. Mit Winds of Vale haben sie ein hörenswertes Werk herausgebracht. Schön war zu erleben, dass alle Fans von 15 bis 55 mitrockten. Die Band mischten Mittelalter- Fantasy und Irish Folk in ihre rockige Metalmusik ein. Schwer zu beschreiben, man muss es hören!

Mit Face Down Hero ging es dann auf der kleineren Bühne weiter, diese Band kam beim Publikum hervorragend an.

 

 

und der Abend klang mit der Thrash Band Delirious, auf die ich verzichtete (Thrash ist nicht so mein Ding), aus. Dieser Gig soll aber, man höre und staune,  ein Highlight des Festivals gewesen sein.

 

Samstag

 

Am Samstag begann das WNT am Nachmittag mit einer Nachwuchs Nu Metal/Rockband namens Njected, und wer nicht pünktlich an der Bühne war, verpasste halt etwas, denn Pünktlichkeit war auf diesem Festival wie auch perfekte Organisation und hochmoderne Technik das oberste Gebot.

Es folgten Degree of Freedom auf der Mainstage, vor der sich im sehr schmalen Fotograben nun einige wenige Fotografen hineingedrängt hatten. Da war es keine große Freude, zu fotografieren, doch dank eines Teleobjektivs konnte ich von weitem – zumindest seitlich, also nicht gerade im Moshpit, wo es ungemütlich war, fotografieren.

 

Dann brachten Skull Wave die mit zwei sich abwechselnden Sängerinnen, die das Gute und das Böse, das zarte weibliche und das starke männlichen Prinzip darstellten und dieses musikalisch mit wunderschönem melodischem Gesang bzw. brutalem Death Metal Growl interpretierten, etwas Abwechselung in das Geschehen – diese Band war die Perle, die man fand, wenn man eine Nadel im Heuhaufen suchte. Hier wurde auch klar, warum „Winternachtstraum“ der passende Name war, denn bei einigen Parts geriet man wirklich ins Träumen, und das mag sicherlich an der zarten Stimme der Frontlady gelegen haben.

 

Unter all dem Death-Thrash-Metal-Brei des zweitägigen Festivals kristallisierten sich so manche Bands gerade auf der Talent Stage als wahre Juwelen heraus. Skull Wave gehörte auf jeden Fall dazu. Beide Sängerinnen haben Charisma, und es wäre wirklich schade, wenn die Band in der Projektphase stecken bleiben würde.

 

Headshot spielten dann auf der Hauptbühne

und dann kam die Black Metal Band Varg aus Coburg.

 

Erst bei diesem Gig wurde mir klar, dass sich die Reise ins sauerländische Oeventrop gelohnt hatte. Selbst in den hintersten Reihen, ja sogar hinter den Verkaufsständen in der  letzten Ecke des Raumes wurde mitgebangt. Leider gab es keine Setlist – auch das spricht für Professionalität – das Programm der Band wurde auch ohne Spickzettel bewältigt. Einfach toll. Die gruselig geschminkten Gesichter erinnerten etwas an Endstille, doch für ein  Gespräch mit den Fans nach dem Gig nahm sich am Bühnenrand ein sehr freundlicher Musiker sogar noch Zeit. Irritierend war, dass der auf der WNT-Homepage für Varg angebrachte Link zu einer anderen Website führt.  Das bedarf noch einer Erklärung. Auch der Name gibt Rätsel auf – erinnert er doch stark an den Vornamen eines gewissen norwegischen Musiker, der wegen Mordes zu 21 Jahren Haft verurteilt wurde. Zufall? Mehr Infos gibt es auf der bandeigenen Website. Diese Band stellte musikalisch (fast) alles in den Schatten, was noch folgte.

 

 

Zwar waren die 2004 gegründeten Bereaved, was so etwas wir „beraubt“ oder „hinterblieben“ bedeutet, als melodische Death Metalband gut zu ertragen, und musikalisch wertvoll (epische Passagen, Blastbeatstücke) waren sie auch.

 

 

 

aber auch Broken Marble, die mit Nu Metal auf der Talent Stage agierten, erschienen im Vergleich zu Varg dann irgendwie belanglos.

 

 

Mit Suicide by Cop (Trash Metal aus Berlin mit dem ehemaligen Sänger von Morgoth), Stormage, die vor einer gut gefüllten Halle auch zwei neue Songs auf der kleinen Bühne spielten), der Münsteraner (von In Flames und Testament beeinflussten) Thrash Metal Combo Misery Speaks, sowie Absence aus Arnsberg/Dortmund, die melodischen Thrash spielten, ging die Suche nach der Nadel im Heuhaufen – Newcomer aus dem deutschen Underground, weiter. 

 

Warum die in Polen etablierte polnische, synphonisch angehauchte Black Metal Band Darzamat in diesen Rahmen (Deutsches Underground Metal Festival) passen sollte, ist mir nicht ganz klar, man kann aber gegen Darzamat, die ich in der Bonner Klangstation erleben durfte, nichts haben. Auf dem Rockharz Festival ist Darzamat dann noch als Band zu erleben.

Mit den von Kreator und Sodom inspirierten Thrash-Musikern Mc Death aus dem Ruhrgebiet, die demnächst im Münsterland und in den Niederlanden touren, den als zum Teil farblos erlebten Eisregen, einer witzigen Lesung des Metal-Kultautoren Till Burgwächter, der auch Autogramme gab,  und der beliebten  irischen Folk Metal Band Skyclad fand dieses traumhafte, vielseitige, bestens organisierte, auf DVD festgehaltene Winternachtstraumfestival  seinen krönenden Abschluss.

 

 

 

Es bleibt zu wünschen, dass nicht nur das WNT fortgesetzt wird, sondern dass noch möglichst viele Metalkonzerte in der Schützenhalle Oeventrop, die wirklich  beste Voraussetzungen bietet, stattfinden mögen. Gut auch die Idee,  in einem kleinen Nebenraum als Imbiss mit gutem Angebot einzurichten und die Getränkepreise einheitlich und  mit dem Ein-Euro-Pfand System überschaubar zu machen. Beste Organisation! Musiker wie Fans waren begeistert.

 

 

 

 

 Bericht über einen  Konzertabend in Wommelgem (Antwerpen)

 

Am 23.03.2012 fand in einem Ortsteil von Antwerpen ein recht interessantes Konzert statt. Etwas für Insider, wie es sich herausstellte.

 

Zunächst einmal das Line-Up:

 

Das Programm wurde recht diszipliniert eingehalten.

 

Hier eine Impression von der Location - innen und außen:

 

Fort II in Wommelgem, Innenhof

Vor Beginn des Konzerts noch gähnende Leere, aber der Raum füllte sich zur späten Stunde. Das Publikum sprach überwiegend französisch.

 

Es gab hier Getränke zu akzeptablen Preisen, und ganz wichtig, auch Kaffee!

 

 

Kriegsbemalung muss manchmal sein!

 

 

 

Es kamen immer wieder andere Musikinstrumente zum Einsatz, die elektronisch verzerrt wurden. So kam es zu einer "Doppelbelastung" - die Arbeit am PC und das Spielen des Instruments

 

Hohe Konzentration auf Gitarre und PC

 

 

 

 

 

 

 

Wermut, nicht nur Headliner, sondern auch Highlight zur späten Stunde. Die Musik erinnerte etwas an Tangerine Dream oder Pink Floyd, natürlich viel moderner, ging dann teils in afrikanische Rhythmen über - allein vom Zuhören konnte man in Trance geraten!

 

 

 

 

Lichteffekte auch auf dem Fußboden!

 

 

Schwer zu beschreiben, diese traumhaft schöne und sehr vielfältige Musik, die an diesem Abend geboten wurde und unter dem Namen "Dark Ambient" bekannt ist. Festzustellen war, dass jeder Auftritt nahezu perfekt war und sowohl musikalisch als auch optisch nichts zu wünschen übrig ließ. Eine vielseitige Veranstaltung, die ein paar Besucher mehr verdient gehabt hätte.

Unbegreiflich, dass das Eintrittsgeld freiwillig war. Ein Geheimtipp, versteckt in einem alten Fort, fast nicht zu finden der Eingang bei den unzähligen Türen, hinter denen auch Foto- und andere Kreativkurse stattfinden.

 

 

Hier konnte man sich fast verirren!

 

 

 

Einziger Minuspunkt: Es gab nichts zum Essen, nur Getränke. Und keine Frittenbude weit und breit.

Das bedeutete,   auf die ersehnten belgischen Fritten zu verzichten und zu versuchen, das mehrstündige Konzert durchzuhalten!

 

Wärmende Flammen am Eingang des Forts, versteckt  hinter einer leeren Bierflasche - Beschäftigung in der Pause

 

 

 

 ... und vielleicht auf Wiedersehen!